Warum ist der Import von Überraschungseiern in die USA aufgrund lebensmittelrechtlicher Verbote problematisch?

Melden

Der Import von Überraschungseiern (Kinder Überraschung) in die USA ist aufgrund strenger lebensmittelrechtlicher Sicherheitsbestimmungen problematisch und faktisch verboten.

Hier sind die Hauptgründe im Detail:

1. Das Gesetz von 1938 (Federal Food, Drug, and Cosmetic Act)

Die wichtigste Hürde ist ein Gesetz aus dem Jahr 1938. Es besagt, dass Süßwaren keine „nicht essbaren Gegenstände“ enthalten dürfen, die vollständig von der Süßigkeit umschlossen sind, es sei denn, dieser Gegenstand hat einen funktionellen Nutzen (wie zum Beispiel der Stiel eines Lollipops).

Da das Spielzeug im Inneren des Überraschungseis komplett von der Schokolade umschlossen ist, verstößt es gegen dieses Gesetz. Die US-Behörden argumentieren, dass das Spielzeug für Kinder unsichtbar ist und sie versehentlich daran ersticken könnten, wenn sie direkt in das Ei beißen.

2. Erstickungsgefahr (CPSC-Richtlinien)

Die US-Verbraucherschutzbehörde (Consumer Product Safety Commission, CPSC) stuft das Spielzeug in Überraschungseiern als potenzielles Sicherheitsrisiko ein. Da die Eier für Kinder aller Altersgruppen (auch unter 3 Jahren) attraktiv sind, das Spielzeug im Inneren aber oft aus Kleinteilen besteht, wird die Erstickungsgefahr als zu hoch eingeschätzt. In den USA gelten hier strengere Vorsorgeprinzipien als in Europa.

3. Konsequenzen beim Zoll

Der US-Zoll (Customs and Border Protection, CBP) nimmt das Verbot sehr ernst.

  • Beschlagnahmung: Werden Überraschungseier im Gepäck oder in Postpaketen gefunden, werden sie konfisziert und vernichtet.
  • Bußgelder: Theoretisch können pro Ei Bußgelder von bis zu 2.500 US-Dollar verhängt werden, auch wenn Privatpersonen meist mit einer Verwarnung und der Abgabe der Eier davonkommen.

Warum gibt es aber "Kinder Joy" in den USA?

Vielleicht ist dir aufgefallen, dass es in US-Supermärkten inzwischen ein Produkt gibt, das ähnlich aussieht: Kinder Joy. Dieses ist jedoch legal, weil es das Gesetz von 1938 umgeht:

  • Bei Kinder Joy sind die beiden Eihälften physisch voneinander getrennt (versiegelt).
  • In der einen Hälfte befindet sich die Creme/Süßigkeit, in der anderen das Spielzeug.
  • Das Spielzeug ist also nicht von der essbaren Substanz umschlossen.

Zusammenfassung

Das Problem ist die Kombination aus der vollständigen Umhüllung eines Nicht-Lebensmittels durch Schokolade und der damit verbundenen Erstickungsgefahr, die nach US-Recht seit über 80 Jahren strikt untersagt ist.

0