Warum hinterlassen manche Handwaschpasten einen schmierigen Film auf der Haut?

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Dass Handwaschpasten – die vor allem im Handwerk und in der Industrie bei starken Verschmutzungen (Öl, Fett, Ruß) eingesetzt werden – einen schmierigen Film hinterlassen, kann verschiedene chemische und praktische Ursachen haben.

Hier sind die Hauptgründe:

1. Rückfettende Substanzen (Hautschutz)

Dies ist der häufigste Grund und oft sogar beabsichtigt. Starke Handwaschpasten enthalten aggressive Tenside und Reibekörper (wie Sand, Holzmehl oder Walnussschalen), die den natürlichen Säureschutzmantel der Haut angreifen und sie stark austrocknen. Um dem entgegenzuwirken, fügen Hersteller Rückfetter hinzu (z. B. Lanolin, Glycerin oder pflanzliche Öle). Diese sollen nach dem Waschen auf der Haut bleiben, um die Feuchtigkeit zu binden und Rissbildung zu verhindern. Das fühlt sich im ersten Moment „schmierig“ oder ölig an.

2. Bildung von Kalkseifen

In Regionen mit hartem Wasser (hoher Calcium- und Magnesiumgehalt) reagieren die in der Paste enthaltenen Seifenanteile mit den Mineralien im Wasser. Es entsteht sogenannte Kalkseife. Diese ist nicht wasserlöslich und bildet einen gräulichen, klebrigen Film auf der Haut, der sich nur schwer abspülen lässt.

3. Rückstände von Lösemitteln oder Ölen

Viele Handwaschpasten basieren auf dem Prinzip „Gleiches löst Gleiches“. Um hartnäckiges Schmierfett oder Teer zu lösen, enthalten sie selbst oft Kohlenwasserstoffe (Lösemittel) oder Ester. Wenn die Emulgatoren in der Paste nicht stark genug sind oder zu wenig Wasser verwendet wird, werden diese öligen Bestandteile nicht vollständig weggespült und bleiben als Film zurück.

4. Falsche Anwendung

Handwaschpasten müssen meist trocken oder nur mit sehr wenig Wasser verrieben werden, damit die Reibekörper und Lösemittel ihre Wirkung entfalten können. Erst danach wird schrittweise Wasser hinzugefügt.

  • Wird zu viel Wasser von Anfang an genutzt, emulgiert die Paste zu schnell und rutscht über den Schmutz weg, ohne ihn zu binden.
  • Wird zu wenig Wasser beim Abspülen genutzt, bleiben die gelösten Schmutzpartikel und die Seifenreste in den Hautporen hängen.

5. Art der Reibekörper

Manche Reibekörper (insbesondere feines Holzmehl) saugen sich mit den öligen Schmutzstoffen und der Seifenlauge voll. Wenn man nicht gründlich genug spült, verbleibt ein Gemisch aus feuchtem Holzmehl und Seife in den feinen Hautlinien, was als schmieriger Film wahrgenommen wird.

6. Minderwertige Inhaltsstoffe

Günstige Pasten verwenden oft minderwertige Tenside oder mineralölbasierte Fette als Füllstoffe, die eine schlechtere Wasserlöslichkeit haben als hochwertige, biologisch abbaubare Tenside.


Was kann man dagegen tun?

  • Gründlich nachspülen: Nehmen Sie sich Zeit beim Abwaschen und nutzen Sie warmes Wasser.
  • Handtuch benutzen: Das kräftige Abtrocknen mit einem sauberen Handtuch entfernt oft den letzten Rest des Films mechanisch.
  • Produkt wechseln: Wenn der Film stört, probieren Sie Pasten auf Basis von Naturbims oder Walnussschalenmehl aus, die oft ein „sauberes“ Hautgefühl hinterlassen als Produkte mit hohem Lösemittelanteil.
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