Warum hinterlassen manche Glasreiniger einen schmierigen Film auf der Oberfläche?
Dass ein Glasreiniger Schlieren oder einen schmierigen Film hinterlässt, ist ein häufiges Ärgernis. Das liegt meist nicht an einer mangelnden Reinigungskraft, sondern an der chemischen Zusammensetzung des Reinigers oder an Anwendungsfehlern.
Hier sind die Hauptgründe für den schmierigen Film:
1. Zu viele Tenside (Reinigungssubstanzen)
Tenside sind waschaktive Substanzen, die Fett und Schmutz lösen. Wenn ein Glasreiniger jedoch zu hoch konzentriert ist oder minderwertige Tenside verwendet werden, bleiben diese nach dem Verdunsten des Wassers und Alkohols auf der Scheibe zurück. Dieser verbleibende „Seifenfilm“ zieht neuen Staub an und verschmiert beim nächsten Drüberwischen.
2. Duft- und Farbstoffe sowie „Glanzzusätze“
Viele moderne Glasreiniger enthalten Zusatzstoffe, die einen angenehmen Duft verbreiten oder einen sogenannten „Abperleffekt“ (durch Polymere oder Silikone) erzeugen sollen. Diese Stoffe lagern sich auf dem Glas ab. Wenn sie nicht vollkommen gleichmäßig mit einem Tuch auspoliert werden, bilden sie einen sichtbaren, leicht klebrigen Film.
3. Falsche Dosierung (Viel hilft nicht viel)
Wenn man zu viel Reiniger auf die Fläche sprüht, kann das Tuch die Flüssigkeit nicht schnell genug aufnehmen. Der Reiniger trocknet an, bevor er weggewischt wurde, und die gelösten Schmutzpartikel werden lediglich auf der Scheibe verteilt, statt entfernt zu werden.
4. Rückstände alter Reinigungsmittel
Wenn Sie das Produkt wechseln, kann es zu chemischen Reaktionen zwischen dem alten und dem neuen Reiniger kommen. Besonders wenn vorher fetthaltige Reiniger oder Glaspolituren verwendet wurden, braucht es oft mehrere Durchgänge, bis diese Schichten komplett abgetragen sind.
5. Das verwendete Tuch
Oft ist nicht der Reiniger schuld, sondern das Tuch:
- Weichspüler: Wenn Sie Ihre Putztücher mit Weichspüler waschen, hinterlässt dieser beim Putzen einen Fettfilm auf dem Glas.
- Verschmutzung: Ein bereits gesättigtes Tuch gibt den aufgenommenen Schmutz und das Fett wieder an die Scheibe ab.
- Falsches Material: Billige Mikrofasertücher sind oft zu grob oder geben selbst Fasern und Rückstände ab.
6. Sonneneinstrahlung und Hitze
Wenn die Fensterscheibe durch die Sonne aufgeheizt ist, verdunstet der Alkohol im Glasreiniger blitzschnell. Die Reinigungssubstanzen trocknen ein, bevor man sie wegpolieren kann, was zu den typischen Streifen und Schlieren führt.
Tipps für streifenfreien Glanz:
- Weniger ist mehr: Nur ein feiner Sprühnebel reicht meist aus.
- Hausmittel nutzen: Ein Schuss Spiritus oder Essig in klarem Wasser ist oft effektiver als gekaufte Reiniger, da diese rückstandslos verdunsten.
- Das richtige Tuch: Nutzen Sie spezielle Glas-Mikrofasertücher (Waffelstruktur) und waschen Sie diese niemals mit Weichspüler.
- Zeitpunkt wählen: Putzen Sie Fenster am besten an bewölkten Tagen oder wenn die Sonne nicht direkt auf die Scheibe scheint.
- Nachpolieren: Wischen Sie mit einem trockenen, sauberen Tuch (oder Zeitungspapier, wobei hier die Druckerschwärze manchmal problematisch sein kann) sofort trocken nach.