Warum hinterlassen manche Bodenreiniger einen rutschigen Film, der die Sturzgefahr erhöht?
Dass Bodenreiniger einen rutschigen Film hinterlassen, ist ein häufiges Problem, das meist auf chemische Rückstände oder Anwendungsfehler zurückzuführen ist. Es gibt dafür mehrere physikalische und chemische Gründe:
1. Überdosierung (Der häufigste Grund)
Viele Menschen denken „Viel hilft viel“, doch bei Reinigungsmitteln ist das Gegenteil der Fall. Wenn zu viel Reinigungskonzentrat im Putzwasser ist, kann das Wasser die Menge an Tensiden und Pflegestoffen nicht mehr binden oder abtransportieren.
- Der Effekt: Nach dem Trocknen bleibt eine konzentrierte Schicht aus Seifen- oder Tensidrückständen auf dem Boden zurück. Diese wirkt wie ein mikroskopischer Schmierfilm.
2. Inhaltsstoffe mit „Pflegeeffekt“ (Wachse und Silikone)
Viele moderne Bodenreiniger (insbesondere „Glanzreiniger“ oder Pflegemittel für Parkett und Laminat) enthalten Inhaltsstoffe, die bewusst auf der Oberfläche bleiben sollen, um Glanz zu erzeugen oder den Boden zu schützen:
- Wachse und Polymere: Diese füllen mikroskopische Unebenheiten im Boden auf, um ihn glänzen zu lassen. Ist die Schicht jedoch zu dick, wird die Oberfläche extrem glatt.
- Silikonöle: Sie machen den Boden wasserabweisend, reduzieren aber gleichzeitig die Reibung massiv.
3. Schichtaufbau (Kumulativer Effekt)
Wenn man bei jedem Putzvorgang ein rückfettendes oder pflegendes Reinigungsmittel verwendet, ohne die alten Schichten vorher zu entfernen, entsteht ein sogenannter Schichtaufbau.
- Mit der Zeit legen sich mehrere Lagen Pflegemittel übereinander. Diese Schichten können instabil werden, sich bei Feuchtigkeit (z. B. Socken mit Schweiß oder feuchte Schuhsohlen) lösen und eine gefährliche Rutschbahn bilden.
4. Tensidrückstände
Tenside sind die waschaktiven Substanzen im Reiniger. Sie setzen die Oberflächenspannung des Wassers herab. Wenn ein Reiniger nicht „rückstandsfrei“ abtrocknet und nicht mit klarem Wasser nachgewischt wird, bleiben diese Moleküle auf dem Boden. Da Tenside ein wasseranziehendes Ende haben, können sie Luftfeuchtigkeit binden, was die Oberfläche leicht „seifig“ und damit rutschig macht.
5. Falsches Produkt für den Bodentyp
Nicht jeder Reiniger ist für jeden Boden geeignet:
- Fliesen: Auf glasierten Fliesen (die ohnehin kaum Poren haben) können rückfettende Reiniger nicht einziehen. Sie liegen wie ein Ölfilm obenauf.
- Naturstein: Hier können falsche Reiniger die Poren verstopfen oder chemisch reagieren.
6. Gelöster Schmutz wird nur verteilt
Wenn das Putzwasser zu schmutzig ist oder der Wischbezug nicht oft genug ausgewaschen wird, löst der Reiniger zwar Fett und Schmutz vom Boden, dieser wird aber lediglich als dünner, emulgierter Film wieder gleichmäßig auf der gesamten Fläche verteilt.
Wie man die Sturzgefahr verhindert:
- Genau dosieren: Verwenden Sie Messbecher statt „nach Gefühl“ zu schütten. Oft reicht ein kleiner Spritzer auf 5 Liter Wasser.
- Nebelfeucht wischen: Zu viel Wasser fördert die Schlierenbildung.
- Klarwischen: Wischen Sie gelegentlich nur mit klarem, warmem Wasser nach, um überschüssige Pflegeschichten zu lösen.
- Alkoholbasierte Reiniger nutzen: Für glatte Fliesen oder Laminat sind Reiniger mit hohem Alkoholanteil (z. B. Glasreiniger-Prinzip oder spezielle Unterhaltsreiniger) besser, da sie rückstandsfrei verdunsten.
- Grundreinigung: Wenn der Boden bereits einen schmierigen Film hat, hilft eine Grundreinigung mit einem speziellen Intensivreiniger, um alle alten Schichten komplett abzutragen.