Warum glänzt die Gesichtshaut nach dem Auftragen von Tagescreme oft übermäßig?
Dass die Haut nach dem Auftragen einer Tagespflege übermäßig glänzt (oft als „Speckglanz“ bezeichnet), kann verschiedene Ursachen haben. Meistens ist es ein Zusammenspiel aus der Zusammensetzung der Creme und deinem individuellen Hauttyp.
Hier sind die Hauptgründe für den unerwünschten Glanz:
1. Die Creme ist zu reichhaltig für deinen Hauttyp
Dies ist der häufigste Grund. Wenn du Mischhaut oder ölige Haut hast, aber eine Creme für trockene Haut verwendest, enthält diese zu viele Lipide (Fette) und Öle.
- Was passiert: Die Haut kann die Menge an Fett nicht aufnehmen. Das überschüssige Öl bleibt als Film auf der Oberfläche liegen und reflektiert das Licht.
2. Der enthaltene Lichtschutzfaktor (LSF)
Viele Tagescremes enthalten heute einen UV-Schutz. Die darin verwendeten Filter sind oft die Übeltäter:
- Chemische Filter: Viele dieser Filter sind fettlöslich und haben von Natur aus eine ölige Konsistenz.
- Mineralische Filter: Stoffe wie Titandioxid oder Zinkoxid können zwar mattieren, werden aber oft in öligen Emulsionen formuliert, damit sie sich besser verteilen lassen und nicht weißeln.
3. Okklusive Inhaltsstoffe
Manche Cremes enthalten Inhaltsstoffe wie Silikone (z.B. Dimethicone), Mineralöle oder Wachse. Diese bilden eine Barriere auf der Haut, um den Feuchtigkeitsverlust zu stoppen.
- Der Effekt: Dieser Film glättet zwar optisch, spiegelt aber auch das Licht sehr stark wider, was als Glanz wahrgenommen wird.
4. Zu große Auftragsmenge
Oft benutzen wir mehr Creme, als die Haut eigentlich benötigt.
- Die Faustregel: Eine erbsengroße Menge reicht meist für das ganze Gesicht. Wenn du zu viel aufträgst, ist die Aufnahmekapazität der Hornschicht erschöpft und der Rest bleibt als glänzende Schicht zurück.
5. Die Haut produziert selbst zu viel Talg (Sebum)
Manchmal „schwitzt“ die Haut unter einer zu schweren Creme. Wenn die Creme die Poren leicht abdichtet, staut sich die Wärme darunter. Dies regt die Talgdrüsen an, noch mehr Öl zu produzieren. Das Gemisch aus Creme und eigenem Hauttalg sorgt dann für den extremen Glanz.
6. Fehlende Einziehzeit
Wenn man direkt nach dem Eincremen Make-up aufträgt oder in die Sonne geht, hatte die Emulsion keine Zeit, sich mit der Hautbarriere zu verbinden. Die flüchtigen Bestandteile (wie Wasser) sind noch nicht verdunstet.
Was kannst du dagegen tun?
- Textur wechseln: Steige von einer klassischen Creme auf ein Gel, ein Fluid oder ein leichtes Sorbet um. Diese basieren meist auf Wasser und enthalten kaum Fette.
- Mattierende Inhaltsstoffe suchen: Achte auf Inhaltsstoffe wie Kieselerde (Silica), Reisstärke oder Tonerde, die überschüssigen Talg aufsaugen.
- Warten: Lass der Creme mindestens 5 bis 10 Minuten Zeit zum Einziehen.
- Blotting: Wenn es nach 10 Minuten immer noch glänzt, tupfe das Gesicht vorsichtig mit einem Kosmetiktuch (oder speziellem „Blotting Paper“) ab, um nur das überschüssige Fett zu entfernen, ohne die Feuchtigkeit aus der Haut zu ziehen.
- Seren nutzen: Manchmal reicht ein feuchtigkeitsspendendes Serum (z. B. mit Hyaluronsäure) völlig aus, und man benötigt gar keine fettige Creme darüber.
Tipp: Wenn deine Haut glänzt, aber sich gleichzeitig trocken oder gespannt anfühlt, könnte sie dehydriert sein. In diesem Fall produziert sie paradoxerweise mehr Fett, um den Wassermangel auszugleichen. Hier hilft Feuchtigkeit (Wasser), nicht Fett (Öl).