Warum bilden sich beim Auftragen der Tagescreme manchmal kleine Röllchen auf der Haut?

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Dieses Phänomen wird in der Kosmetikbranche oft als „Pilling“ bezeichnet (ähnlich wie die kleinen Knötchen auf einem Wollpullover). Es passiert, wenn die Creme nicht in die Haut einzieht, sondern auf der Oberfläche verbleibt und sich durch die Reibung der Finger zu kleinen Röllchen oder Krümeln verbindet.

Hier sind die häufigsten Gründe, warum das passiert:

1. Unverträgliche Inhaltsstoffe (Schicht-Konflikt)

Der häufigste Grund ist die Kombination von Produkten, die chemisch nicht zusammenpassen.

  • Silikone: Viele Cremes oder Primer enthalten Silikone (erkennbar an Endungen wie -cone oder -xane). Wenn man darüber ein weiteres Produkt aufträgt, das sich nicht mit dem Silikon verbindet, rutscht die zweite Schicht einfach ab und bildet Röllchen.
  • Wasser vs. Öl: Wenn du ein wasserbasiertes Serum verwendest und direkt danach eine sehr reichhaltige, ölige Creme (oder umgekehrt), können sich die Schichten abstoßen.

2. Zu viel Produkt

Die Haut hat nur eine begrenzte Aufnahmekapazität. Wenn du mehr Creme aufträgst, als die Haut absorbieren kann, bleibt ein Überschuss auf der Oberfläche liegen. Sobald du dann versuchst, Make-up oder Sonnenschutz darüber aufzutragen, rollst du den überschüssigen Film der Tagescreme einfach nur hin und her.

3. Zu schnelles Schichten („Layering“)

Wenn du mehrere Schritte in deiner Routine hast (Toner, Serum, Creme, Sonnenschutz), braucht jedes Produkt Zeit, um „festzuwerden“ oder einzuziehen. Wenn die untere Schicht noch feucht ist und du die nächste darüber reibst, vermischen sie sich unsauber und krümeln ab.

4. Abgestorbene Hautschüppchen

Wenn die Hautoberfläche sehr trocken ist oder viele abgestorbene Hautschüppchen aufweist, kann die Creme nicht gleichmäßig einziehen. Die Creme verbindet sich mit den losen Hautschüppchen und rollt sich zusammen.

5. Bestimmte Inhaltsstoffe als „Filmbildner“

Einige Inhaltsstoffe sind darauf ausgelegt, einen Schutzfilm auf der Haut zu bilden, wie zum Beispiel:

  • Xanthan Gum (Verdickungsmittel)
  • Hyaluronsäure (kann in hohen Konzentrationen einen Film bilden)
  • Mineralische UV-Filter (Zinkoxid oder Titandioxid) Diese Inhaltsstoffe neigen eher zum Pilling, wenn sie mechanisch (durch Reiben) bewegt werden.

Was kannst du dagegen tun?

  1. Peeling: Benutze regelmäßig ein sanftes Peeling (z. B. ein Enzympeeling oder chemisches Peeling mit AHA/BHA), um abgestorbene Hautschüppchen zu entfernen.
  2. Warten: Lass jedem Produkt mindestens 60 Sekunden Zeit, um einzuziehen, bevor du das nächste aufträgst.
  3. Weniger ist mehr: Reduziere die Menge der Creme. Oft reicht eine erbsengroße Menge für das ganze Gesicht.
  4. Tupfen statt Reiben: Klopfe oder drücke die Creme sanft in die Haut ein, anstatt sie mit Druck zu verreiben. Das stört den entstehenden Film weniger.
  5. Reihenfolge prüfen: Trage Produkte immer von der leichtesten (wässrigen) Konsistenz zur schwersten (öligen/cremigen) auf.
  6. Inhaltsstoffe checken: Wenn ein Serum auf Wasserbasis ist, sollte die Tagescreme idealerweise nicht vollgestopft mit schweren Silikonen sein, da diese wie eine Barriere wirken.

Ein kleiner Tipp: Wenn es morgens schnell gehen muss und es krümelt, hilft oft nur, das Gesicht kurz mit einem Tuch abzutupfen oder (leider) noch einmal von vorne anzufangen, da Make-up auf den Röllchen meist fleckig wird.