Warum verursacht Sprühpflaster oft ein starkes Brennen beim Auftragen auf die Wunde?
Das brennende Gefühl beim Auftragen von Sprühpflaster ist fast jedem bekannt. Es gibt hauptsächlich zwei wissenschaftliche Gründe dafür, warum das passiert:
1. Der hohe Alkoholgehalt (Lösungsmittel)
Der Hauptgrund für das Brennen ist Alkohol (meist Ethanol oder Isopropanol). Dieser erfüllt im Sprühpflaster zwei wichtige Aufgaben:
- Desinfektion: Er reinigt die Wunde sofort von Bakterien.
- Lösungsmittel: Damit der Kunststoff (der spätere Schutzfilm) flüssig aus der Dose gesprüht werden kann, muss er in einem Lösungsmittel gelöst sein. Sobald das Spray auf die Haut trifft, verdunstet der Alkohol und lässt den festen Film zurück.
Warum brennt Alkohol auf einer Wunde? In einer offenen Wunde liegen die Nervenenden frei. Alkohol aktiviert direkt die sogenannten TRPV1-Rezeptoren (Hitzerezeptoren) in den Schmerzfasern. Normalerweise reagieren diese Rezeptoren auf Hitze (ab ca. 43 °C). Der Alkohol senkt die Aktivierungsschwelle dieser Rezeptoren so stark ab, dass die normale Körpertemperatur bereits als schmerzhaftes Brennen wahrgenommen wird. Das Gehirn erhält also die Meldung "Vorsicht, heiß!", obwohl es sich um eine chemische Reaktion handelt.
2. Die Verdunstungskälte
Sprühpflaster enthalten Treibgase, damit der Inhalt fein zerstäubt wird. Wenn das Gemisch aus Treibgas und Alkohol auf die Haut trifft, verdunstet es extrem schnell. Dieser physikalische Vorgang entzieht der Wunde Wärme (Verdunstungskälte). Dieser plötzliche Temperaturabfall kann die bereits gereizten Nervenenden zusätzlich stimulieren und das brennende oder stechende Gefühl verstärken.
Zusammenfassung: Ist das Brennen schlimm?
In der Regel ist das Brennen harmlos und lässt nach wenigen Sekunden nach, sobald der Alkohol verflogen und der Schutzfilm getrocknet ist.
Wichtig zu wissen:
- Nur für kleine Schnitt- und Schürfwunden: Sprühpflaster sollte nur bei oberflächlichen, sauberen Wunden verwendet werden.
- Nicht bei tiefen Wunden: Bei tiefen oder klaffenden Wunden sowie Verbrennungen darf es nicht angewendet werden, da die Chemikalien die Wundheilung in tieferen Gewebeschichten stören könnten.
- Nicht auf Schleimhäute: Sprühen Sie es niemals in die Nähe von Augen, Mund oder Nase, da die Reizung dort extrem stark ist.