Warum gefriert das Scheibenwischwasser trotz der Verwendung von Frostschutzmittel?

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Es ist frustrierend: Man hat extra Frostschutzmittel eingefüllt, und trotzdem kommt bei Minusgraden kein Wasser aus den Düsen oder es gefriert sofort auf der Scheibe. Das kann verschiedene Gründe haben.

Hier sind die häufigsten Ursachen, warum Scheibenwischwasser trotz Frostschutz gefriert:

1. Falsches Mischverhältnis

Viele Frostschutzmittel sind Konzentrate. Wenn man sie zu stark mit Wasser verdünnt, sinkt der Gefrierpunkt drastisch.

  • Das Problem: Ein Gemisch, das laut Tabelle bis -10 °C hält, reicht bei strengem Frost oder durch den Fahrtwind (Chill-Effekt) oft nicht aus.
  • Die Lösung: Im Winter lieber eine Mischung wählen, die bis -20 °C oder -25 °C sicher ist.

2. Sommer-Restwasser in den Leitungen

Dies ist die häufigste Ursache zu Beginn des Winters.

  • Das Problem: Man füllt zwar Frostschutz in den fast leeren Behälter nach, aber in den langen, dünnen Schläuchen zu den Düsen befindet sich noch das alte Sommer-Wischwasser (ohne Frostschutz). Dieses gefriert zuerst und blockiert die Leitung.
  • Die Lösung: Nach dem Auffüllen des Frostschutzes die Scheibenwaschanlage so lange betätigen, bis die neue Mischung auch wirklich aus den Düsen kommt.

3. Verdunsten des Alkohols (an den Düsen)

Frostschutzmittel basiert meist auf Alkohol (Ethanol oder Isopropanol).

  • Das Problem: Alkohol verdunstet schneller als Wasser. Wenn eine kleine Menge Flüssigkeit an der Düsenöffnung steht, verflüchtigt sich der Alkoholanteil, und der zurückbleibende Wasserrest gefriert. Das verstopft die Düse ("Pfropfenbildung").
  • Zusatzfaktor: Bei modernen Fahrzeugen mit Fächerdüsen ist dieses Problem ausgeprägter, da die Öffnungen sehr fein sind.

4. Der "Fahrtwind-Effekt" (Verdunstungskälte)

Selbst wenn das Thermometer am Auto -5 °C anzeigt, kann das Wasser auf der Scheibe gefrieren.

  • Das Problem: Wenn du während der Fahrt sprühst, sorgt der Fahrtwind für eine extrem schnelle Verdunstung des Alkohols. Durch diese Verdunstung entsteht Kälte (Verdunstungskälte), die die Temperatur auf der Scheibe kurzzeitig weit unter die Umgebungstemperatur sinken lässt. Das Wasser gefriert schlagartig zu einem Eisfilm.
  • Die Lösung: Die Scheibe erst durch die Fahrzeugheizung (Defrost-Stellung) anwärmen, bevor man während der Fahrt sprüht.

5. Billige Produkte oder minderwertige Qualität

Nicht jedes Frostschutzmittel hält, was es verspricht.

  • Das Problem: Minderwertige Produkte können die Düsen verkleben oder fangen bereits bei höheren Temperaturen als angegeben an, "auszuflocken" oder zähflüssig zu werden.
  • Die Lösung: Auf Qualitätsprodukte achten, die auch für Fächerdüsen geeignet sind.

6. Fehlende Beheizung

Manche Autos haben beheizbare Waschdüsen.

  • Das Problem: Wenn diese Heizung defekt ist oder das Auto gar keine hat, frieren die Düsen bei extremem Frost durch den kalten Fahrtwind trotz Frostschutz ein.

Was kann man tun, wenn es bereits eingefroren ist?

  1. Motorwärme nutzen: Das Auto im Stand warm laufen lassen (sofern die Leitungen nah am Motor liegen) – allerdings ist das rechtlich und ökologisch problematisch.
  2. Parkhaus: Das Auto für ein paar Stunden in eine warme Tiefgarage stellen. Das ist die sicherste Methode, um das System schadfrei aufzutauen.
  3. Keine Gewalt: Nicht versuchen, die Pumpe ständig zu betätigen, wenn nichts kommt. Die Pumpe kann heißlaufen oder die Sicherung brennt durch.
  4. Konzentrat nachfüllen: Wenn im Behälter noch Platz ist, purer Frostschutz (Konzentrat) nachgießen.

Pro-Tipp für den nächsten Winter: Den Behälter bereits im Oktober komplett auf Wintermischung umstellen und die Leitungen "freispülen".

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