Warum funktionieren Einwegfeuerzeuge bei starkem Wind oft nicht zuverlässig?
Dass Einwegfeuerzeuge bei Wind oft versagen, liegt an ihrer einfachen physikalischen Konstruktion. Es kommen im Wesentlichen vier Faktoren zusammen:
1. Niedriger Austrittsdruck (Diffusionsflamme)
Einwegfeuerzeuge sind sogenannte Diffusionsbrenner. Das Gas (meist Butan) strömt mit sehr geringem Druck aus der Düse. Sobald es austritt, vermischt es sich passiv mit dem Luftsauerstoff und verbrennt.
- Das Problem: Da das Gas so langsam ausströmt, hat es keine eigene "Stabilität". Schon eine leichte Brise reicht aus, um das austretende Gas von der Düse wegzuwehen, bevor es vom Funken entzündet werden kann oder bevor die Flamme sich stabilisieren kann.
2. Störung des Mischverhältnisses
Für eine Verbrennung wird ein ganz bestimmtes Verhältnis von Brennstoff (Gas) und Oxidationsmittel (Sauerstoff) benötigt.
- Das Problem: Starker Wind führt dazu, dass zu viel Luft in den Bereich über der Düse gewirbelt wird. Das Gas wird so stark verdünnt, dass das Gemisch nicht mehr zündfähig ist. Man sagt, das Gemisch wird "abgemagert".
3. Abkühlung der Zündquelle und der Flamme
Damit eine Flamme brennt, muss die Temperatur hoch genug bleiben, um die chemische Reaktion aufrechterzuhalten.
- Das Problem: Wind wirkt wie ein Kühlgebläse. Er entzieht der kleinen Flamme (oder dem gerade entstehenden Funken) sofort die Wärme. Wenn die Temperatur unter den Flammpunkt des Gases sinkt, erlischt die Flamme oder die Kettenreaktion der Verbrennung kommt gar nicht erst in Gang.
4. Verwehung des Zündfunkens
Bei Reibrad-Feuerzeugen entstehen winzige, glühende Metallpartikel (Funken).
- Das Problem: Diese Partikel sind extrem leicht. Bei starkem Wind werden sie oft seitlich weggeblasen, noch bevor sie die Stelle erreichen, an der das Gas aus der Düse tritt. Der Funke und das Gas "treffen" sich also gar nicht.
Warum funktionieren "Sturmfeuerzeuge" besser?
Es gibt zwei Arten von Feuerzeugen, die bei Wind besser funktionieren:
- Benzinfeuerzeuge (z. B. Zippo): Hier dient ein Metallkamin mit Löchern als Windschutz. Der Kamin bricht den Wind, lässt aber durch die Löcher genug Sauerstoff für die Flamme hinein. Der Docht hält zudem eine größere Menge Brennstoff bereit.
- Jet-Feuerzeuge (Turbo-Feuerzeuge): Diese funktionieren nach dem Prinzip eines Bunsenbrenners. Das Gas wird mit hohem Druck durch eine sehr feine Düse gepresst und reißt schon im Inneren des Gehäuses Luft mit sich. Die Verbrennung findet in einer konzentrierten, hochenergetischen "Stichflamme" statt, die so schnell und heiß ist, dass der Wind sie kaum ablenken oder abkühlen kann.
Zusammenfassend: Einwegfeuerzeuge scheitern am Wind, weil ihr Gasstrom zu schwach ist, um der mechanischen Kraft und der kühlenden Wirkung bewegter Luft standzuhalten.