Welche Sicherheitsmerkmale müssen moderne Einwegfeuerzeuge erfüllen?
In der Europäischen Union und international unterliegen Einwegfeuerzeuge strengen Sicherheitsnormen. Die wichtigste Grundlage ist die internationale Norm ISO 9994, ergänzt durch die europäische Norm EN 13869 (Kindersicherheit).
Hier sind die wichtigsten Sicherheitsmerkmale, die ein modernes Einwegfeuerzeug erfüllen muss:
1. Kindersicherung (EN 13869)
Seit 2007 dürfen in der EU nur noch Feuerzeuge verkauft werden, die über eine Kindersicherung verfügen.
- Funktion: Ein Mechanismus (meist ein Metallbügel über dem Reibrad oder ein Druckknopf mit erhöhtem Widerstand) macht es für Kinder unter 51 Monaten (ca. 4 Jahre) nahezu unmöglich, die Flamme zu entzünden.
- Anforderung: Mindestens 85 % der Kinder in dieser Altersgruppe dürfen nicht in der Lage sein, das Feuerzeug zu bedienen.
2. Flammstabilität und Flammhöhe (ISO 9994)
Um Unfälle durch Stichflammen oder unkontrolliertes Brennen zu verhindern, gibt es genaue Vorgaben:
- Maximale Flammhöhe: Bei nicht verstellbaren Feuerzeugen darf die Flamme nicht höher als 50 mm sein. Bei verstellbaren Modellen darf sie in der höchsten Einstellung 120 mm (manchmal bis 150 mm) nicht überschreiten.
- Kein Spratzen oder Flackern: Die Flamme muss ruhig brennen. Plötzliches Aufleuchten oder Funkenflug („Spatzen“) ist unzulässig.
- Erlöschen: Wenn man den Drücker loslässt, muss die Flamme innerhalb von 2 Sekunden vollständig erlöschen.
3. Mechanische Festigkeit
Ein Feuerzeug muss äußeren Einflüssen standhalten, ohne zu explodieren oder Gas zu verlieren:
- Falltest: Das Feuerzeug muss drei Stürze aus 1,5 Metern Höhe auf einen Betonboden unbeschadet überstehen. Es darf kein Gas austreten und der Tank darf nicht brechen.
- Druckfestigkeit: Der Tank muss so konstruiert sein, dass er dem doppelten Dampfdruck des Brennstoffs bei 55 °C standhält.
4. Temperaturbeständigkeit
Feuerzeuge werden oft im Auto oder in der Sonne liegen gelassen.
- Hitzetest: Ein Feuerzeug muss einer Temperatur von 65 °C für vier Stunden standhalten, ohne dass sich das Gehäuse verformt oder Gas unkontrolliert austritt.
- Volumen: Der Tank darf maximal zu 85 % mit Flüssiggas gefüllt sein, damit sich das Gas bei Wärme ausdehnen kann, ohne den Tank zu sprengen.
5. Beständigkeit gegen Dauerbrand
Auch wenn ein Feuerzeug für kurze Einsätze gedacht ist, muss es eine gewisse Zeit am Stück brennen können:
- Es muss einen Dauerbrand von 10 Sekunden (in manchen Tests bis zu 30 Sekunden) überstehen, ohne dass Funktionsteile schmelzen oder die Sicherheit beeinträchtigt wird.
6. Kennzeichnungspflicht
Jedes legale Feuerzeug muss bestimmte Informationen direkt am Produkt tragen:
- Name oder Markenzeichen des Herstellers.
- Warnhinweise (z. B. „Von Kindern fernhalten“, „Vor Hitze über 50 °C schützen“).
- Hinweis auf die Einhaltung der ISO 9994.
Woran erkennt man ein sicheres Feuerzeug?
Achten Sie beim Kauf auf:
- CE-Kennzeichnung: Dokumentiert die Konformität mit EU-Richtlinien.
- Markenhersteller: Große Marken (wie z. B. BIC, Cricket oder Tokai) lassen ihre Produkte oft weit über die gesetzlichen Mindestanforderungen hinaus testen.
- Den Metallbügel: Bei Reibradfeuerzeugen ist der glatte Metallstreifen über dem Zahnrad das typische Zeichen für die Kindersicherung.
Vorsicht: Billigimporte ohne Markennamen, die auf Märkten oder in unseriösen Onlineshops verkauft werden, erfüllen oft die Normen für die Kindersicherung oder die Hitzebeständigkeit nicht, was zu schweren Brandverletzungen oder Wohnungsbränden führen kann.