Warum führt die Überdosierung von Vollwaschmittel zu verstärkter Schaumbildung und schlechten Spülergebnissen?
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Die Überdosierung von Vollwaschmittel führt aus chemischen und physikalischen Gründen zu Problemen. Hier ist die Erklärung, warum das passiert:
1. Warum entsteht verstärkter Schaum?
Vollwaschmittel enthalten Tenside. Das sind waschaktive Substanzen, die die Oberflächenspannung des Wassers herabsetzen, um Schmutz und Fett aus den Fasern zu lösen.
- Sättigung: In jedem Waschmittel sind auch Entschäumer enthalten, die die Schaumbildung kontrollieren. Bei einer Überdosierung gibt es jedoch so viele Tenside im Wasser, dass die Entschäumer nicht mehr hinterherkommen.
- Luftansaugung: Durch die Trommelbewegung wird Luft unter das Wasser gemischt. Die überschüssigen Tenside umschließen diese Luftblasen und bilden einen stabilen, voluminösen Schaum.
2. Warum verschlechtert der Schaum das Waschergebnis? (Der „Polstereffekt“)
Das ist der ironische Teil: Mehr Waschmittel macht die Wäsche oft weniger sauber.
- Fehlende Mechanik: Damit Wäsche sauber wird, muss sie in der Trommel fallen und gegeneinander reiben (mechanische Reinigung).
- Das Schaumpolster: Zu viel Schaum wirkt wie ein Stoßdämpfer. Die Wäsche fällt nicht mehr hart ins Wasser, sondern gleitet sanft auf dem Schaumteppich. Die mechanische Reibung wird massiv reduziert, wodurch Flecken schlechter entfernt werden.
3. Warum sind die Spülergebnisse schlecht?
Waschmaschinen sind auf Effizienz getrimmt und nutzen so wenig Wasser wie möglich.
- Begrenzte Spülgänge: Moderne Programme haben eine festgelegte Anzahl an Spülgängen mit einer bestimmten Wassermenge. Diese Menge reicht aus, um eine normale Konzentration an Waschmittel auszuspülen.
- Überforderung des Systems: Bei einer Überdosierung ist die Konzentration an Tensiden so hoch, dass sie nach den Standard-Spülgängen nicht vollständig entfernt werden können.
- Der „Klebrigkeits“-Effekt: Schaum haftet hartnäckig an den Textilfasern und an den Wänden der Trommel. Selbst wenn das Wasser abgepumpt wird, bleibt der Schaum oft in der Kleidung hängen und wird im nächsten Spülgang einfach wieder „reaktiviert“.
Die Folgen der Überdosierung:
- Rückstände auf der Kleidung: Weiße Schlieren (Waschmittelränder) bleiben sichtbar, besonders auf dunkler Kleidung.
- Hautirritationen: Verbleibende Tenside und Duftstoffe in der Kleidung können bei Schweißbildung gelöst werden und zu Allergien oder Juckreiz führen.
- Geruchsbildung in der Maschine: Überschüssiges Waschmittel lagert sich zusammen mit Schmutzpartikeln in der Maschine ab (Biofilm). Das führt dazu, dass die Maschine und die Wäsche mit der Zeit muffig riechen.
- Umweltbelastung und Kosten: Man verschwendet Geld und belastet das Grundwasser unnötig.
- Programmverlängerung: Moderne Maschinen haben Sensoren („Schaumerkennung“). Bemerken sie zu viel Schaum, fügen sie zusätzliche Spülgänge hinzu oder legen Pausen ein, damit der Schaum zusammenfällt. Das verlängert die Waschzeit und erhöht den Wasser- und Energieverbrauch.
Fazit: Die richtige Dosierung (orientiert an Wasserhärte und Verschmutzungsgrad) ist entscheidend für die Langlebigkeit der Maschine und die Sauberkeit der Wäsche. Viel hilft hier definitiv nicht viel.