Warum schädigt Vollwaschmittel die elastischen Fasern in Sportbekleidung oder Unterwäsche?
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Dass Vollwaschmittel (insbesondere in Pulverform) schädlich für elastische Fasern wie Elasthan (auch bekannt als Spandex oder Lycra) ist, liegt an der spezifischen chemischen Zusammensetzung dieser Waschmittel.
Hier sind die Hauptgründe, warum Vollwaschmittel die Fasern angreift:
1. Bleichmittel (Der Hauptgrund)
Vollwaschmittel (besonders Pulver) enthalten Bleichmittel auf Sauerstoffbasis (meist Natriumpercarbonat).
- Die Reaktion: Diese Bleichmittel sind darauf ausgelegt, Flecken durch Oxidation zu entfernen. Elasthan ist jedoch chemisch gesehen ein Polyurethan. Die Bleiche greift die molekularen Brücken dieser Kunststoffkette an.
- Die Folge: Die chemischen Bindungen im Elasthan werden "aufgebrochen". Die Faser wird spröde, verliert ihre Spannkraft und bricht letztendlich. Das erkennt man oft an den kleinen weißen "Gummifäden", die aus dem Stoff herausstehen, oder daran, dass die Kleidung "ausleiert".
2. Optische Aufheller
Vollwaschmittel enthalten optische Aufheller, damit weiße Wäsche strahlender erscheint.
- Die Reaktion: Diese Chemikalien lagern sich auf den Fasern ab. Bei Funktionskleidung können sie die Poren der Fasern verstopfen, was die Atmungsaktivität beeinträchtigt. Zudem können sie die Struktur von feinen Kunstfasern chemisch belasten.
3. Hoher pH-Wert (Alkalität)
Vollwaschmittel sind in der Regel stark alkalisch eingestellt, um die Reinigungskraft (vor allem gegen Fett) zu erhöhen.
- Die Reaktion: Elasthan und andere empfindliche Kunstfasern sind gegenüber hohen pH-Werten empfindlich. Die Lauge lässt die Fasern aufquellen, was sie mechanisch anfälliger für Abrieb und Risse während des Waschvorgangs macht.
4. Enzyme (Cellulase)
Einige Vollwaschmittel enthalten das Enzym Cellulase.
- Die Reaktion: Dieses Enzym ist eigentlich dazu da, überstehende Baumwollhärchen (Pilling) abzuspalten. Während es Elasthan nicht direkt "frisst" (da dies keine Cellulose ist), wird Sportbekleidung oft aus Mischgeweben hergestellt. Wenn die stützende Struktur (z. B. Baumwolle oder Viskose) durch Enzyme geschwächt wird, wird auch der Verbund mit dem Elasthan instabiler.
Was passiert konkret mit der Kleidung?
- Verlust der Elastizität: Die Socke oder die Sporthose bleibt nach dem Dehnen "ausgeleiert" und zieht sich nicht mehr in die Ursprungsform zurück.
- Bruch der Fasern: Man sieht kleine, kräuselige Gummifäden an der Oberfläche (besonders bei engen Jeans oder Unterwäsche).
- Transparenz: Wenn das Elasthan-Gerüst bricht, verliert der Stoff seine Dichte und wird an gedehnten Stellen (z. B. Po bei Leggings) durchsichtig.
Die bessere Alternative:
Um die Lebensdauer von Sportkleidung und Unterwäsche zu verlängern, sollte man folgendes beachten:
- Feinwaschmittel oder spezielles Sportwaschmittel: Diese enthalten keine Bleiche und keine optischen Aufheller und sind pH-neutraler.
- Flüssigwaschmittel: Diese enthalten (bauartbedingt) fast nie Bleichmittel, selbst wenn "Vollwaschmittel" darauf steht.
- Kein Weichspüler: Weichspüler enthalten kationische Tenside, die die elastischen Fasern "verkleben" und ihre Rücksprungkraft sofort beeinträchtigen.
- Niedrige Temperaturen: Hitze verstärkt die chemische Reaktion der Waschmittelzutaten mit der Faser. 30–40 Grad sind meist ausreichend.