Warum fängt manche Blumenerde nach dem Gießen an, unangenehm zu riechen?

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Dass Blumenerde nach dem Gießen unangenehm riecht (oft faulig, nach „faulen Eiern“ oder modrig), hat meistens mit biologischen Abbauprozessen unter Sauerstoffmangel zu tun.

Hier sind die Hauptgründe im Detail:

1. Staunässe und Sauerstoffmangel (Anaerobe Prozesse)

Dies ist der häufigste Grund. Wenn die Erde zu fest ist oder der Topf keine ausreichende Drainage (Abflusslöcher) hat, steht das Wasser im unteren Bereich des Topfes.

  • Der Prozess: Das Wasser verdrängt die Luft aus den Poren der Erde. Ohne Sauerstoff sterben nützliche (aerobe) Bakterien ab, und sogenannte anaerobe Mikroorganismen übernehmen die Arbeit.
  • Die Folge: Diese Bakterien zersetzen organisches Material durch Gärung oder Fäulnis. Dabei entstehen Gase wie Schwefelwasserstoff (Geruch nach faulen Eiern), Methan oder Ammoniak.

2. Unfertiger Kompost oder organisches Material

Günstige Blumenerden enthalten oft einen hohen Anteil an Grünschnittkompost oder Holzfasern, die noch nicht vollständig zersetzt sind.

  • Sobald diese Stoffe im Blumentopf feucht werden, setzt sich der Zersetzungsprozess fort. Wenn die Erde dann noch stark verdichtet ist, stinkt dieser Verrottungsprozess besonders intensiv.

3. Organische Dünger

Manche Erden sind mit organischen Düngern wie Hornspänen, Blutmehl oder Guano vorgedüngt.

  • Diese Naturprodukte haben einen Eigengeruch, der durch Feuchtigkeit und Wärme im Zimmer verstärkt wird. Bakterien knacken diese Dünger auf, um die Nährstoffe für die Pflanze verfügbar zu machen – ein Prozess, der besonders in den ersten Wochen nach dem Eintopfen riechbar sein kann.

4. Schimmel und Pilze

Wenn die Erde muffig oder modrig riecht, liegt das oft an Pilzsporen oder Schimmelrasen auf oder in der Erde.

  • Dies passiert oft bei Erden mit hohem Torfanteil oder billigen Ersatzstoffen, die dauerhaft zu feucht gehalten werden. Ein weißer Belag auf der Oberfläche ist ein deutliches Warnsignal.

5. Falsche Lagerung der Erde

Schon beim Kauf kann die Erde „gekippt“ sein. Wenn die Plastiksäcke lange in der Sonne standen, schwitzt die Erde im Inneren. Es entsteht ein Mikroklima, in dem die Erde bereits im Sack zu gären beginnt. Wenn man diese Erde dann zu Hause gießt, werden die angestauten Gase freigesetzt.


Was kann man dagegen tun?

  1. Drainage verbessern: Achten Sie darauf, dass der Topf unten Löcher hat. Eine Schicht aus Blähton oder Kies am Boden verhindert, dass die Wurzeln im Wasser stehen.
  2. Umtopfen: Wenn die Erde extrem stinkt, hilft meist nur ein kompletter Austausch. Spülen Sie dabei die Wurzeln der Pflanze vorsichtig ab, um faulige Reste zu entfernen.
  3. Seltener gießen: Lassen Sie die oberste Erdschicht (ca. 2-3 cm) abtrocknen, bevor Sie erneut gießen.
  4. Erde auflockern: Stechen Sie vorsichtig mit einem Holzstäbchen in die Erde, um Luftkanäle zu schaffen.
  5. Qualität kaufen: Hochwertige Erde ist oft strukturstabiler (sackt nicht so schnell zusammen) und enthält besser gereiften Kompost.

Tipp: Riecht die Erde streng ammoniakalisch oder faulig, deutet das oft auch auf Wurzelfäule hin. Wenn die Wurzeln der Pflanze matschig und braun sind, ist dies ein Zeichen, dass die Pflanze bereits Schaden genommen hat.

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