Welche Probleme verursacht die Überlagerung von Blumenerde in der prallen Sonne?
Die Lagerung von Blumenerde in der prallen Sonne ist problematisch, da die Kombination aus hohen Temperaturen und UV-Strahlung sowohl die physikalischen als auch die chemischen und biologischen Eigenschaften der Erde massiv verschlechtert.
Hier sind die wichtigsten Probleme im Detail:
1. Austrocknung und Hydrophobie
Wenn die Erde in der Sonne aufheizt, verdunstet die enthaltene Feuchtigkeit.
- Das Problem: Torf oder torfersatzstoffe (wie Kokosfasern oder Holzfasern) werden „hydrophob“, wenn sie komplett austrocknen. Das bedeutet, sie stoßen Wasser regelrecht ab.
- Die Folge: Wenn Sie die Erde später zum Pflanzen verwenden, fließt das Gießwasser einfach durch oder steht obenauf, ohne die Wurzeln zu erreichen. Es ist extrem mühsam, staubtrockene Erde wieder gleichmäßig zu befeuchten.
2. Verbrennung von Nährstoffen (Salzkonzentration)
In Blumenerde sind meist Startdünger enthalten. Durch die Hitze und das Verdampfen des Wassers verändert sich die chemische Zusammensetzung.
- Das Problem: Die Nährsalze konzentrieren sich in der verbleibenden Restfeuchtigkeit stark auf. Zudem können sich organische Dünger bei Hitze unkontrolliert zersetzen.
- Die Folge: Es entsteht eine zu hohe Salzkonzentration. Wenn Sie junge Pflanzen in diese Erde setzen, können die empfindlichen Wurzeln „verbrennen“, was das Wachstum hemmt oder die Pflanze absterben lässt.
3. Zerstörung der Mikroorganismen
Gute Blumenerde lebt von nützlichen Mikroorganismen und Pilzen (z. B. Mykorrhiza), die das Pflanzenwachstum unterstützen.
- Das Problem: In einem geschlossenen Plastiksack in der prallen Sonne entstehen Temperaturen von weit über 50 °C (Gewächshauseffekt).
- Die Folge: Die Hitze tötet die nützlichen Bodenbakterien und Pilze ab. Die Erde wird „biologisch tot“, was die natürliche Widerstandsfähigkeit der Pflanzen schwächt.
4. Schimmelbildung und Fäulnis
Obwohl die Erde austrocknet, bildet sich durch die Hitze im Inneren des Sacks Kondenswasser.
- Das Problem: Die feucht-warme Luft im Sack ist der ideale Nährboden für unerwünschte Pilze und Fäulnisbakterien.
- Die Folge: Beim Öffnen des Sacks schlägt Ihnen oft ein muffiger Geruch entgegen oder Sie sehen einen weißen Flaum (Schimmel) auf der Erde. Das kann die Keimung von Samen behindern.
5. Vermehrung von Schädlingen
Besonders Trauermücken lieben das feucht-warme Klima in den Erdsäcken.
- Das Problem: Wenn der Sack kleine Belüftungslöcher hat, werden Schädlinge durch die Wärme angelockt und vermehren sich im Inneren explosionsartig.
- Die Folge: Sobald Sie die Erde im Haus oder Gewächshaus verwenden, haben Sie eine sofortige Insektenplage.
6. Zersetzung der Kunststoffverpackung
- Das Problem: Die UV-Strahlung macht die Plastiksäcke spröde und brüchig.
- Die Folge: Der Sack reißt beim Anheben auf. Zudem können durch die Zersetzung des Kunststoffs (Mikroplastik) und der enthaltenen Farbstoffe Schadstoffe in die Erde gelangen.
Tipps zur richtigen Lagerung:
- Schatten: Lagern Sie Erdsäcke immer an einem kühlen, schattigen Ort (Nordseite des Hauses, Garage, Keller).
- Trocken, aber nicht heiß: Ein Unterstand, der vor Regen schützt, ist gut, solange sich dort keine Hitze staut.
- Angebrochene Säcke verschließen: Rollen Sie die Öffnung fest ein und fixieren Sie sie mit einer Klammer, um das Austrocknen und das Eindringen von Trauermücken zu verhindern.
- Verbrauchen: Kaufen Sie Erde am besten frisch und verbrauchen Sie sie innerhalb einer Saison. Überlagerte Erde (älter als ein Jahr) verliert deutlich an Qualität.
Fazit: Wenn die Erde bereits lange in der Sonne lag, sollten Sie sie vor der Verwendung großzügig mit Wasser mischen („vorgießen“), eventuell mit frischer Erde mischen und prüfen, ob sie unangenehm riecht. Für empfindliche Aussaten ist solche Erde nicht mehr zu empfehlen.