Warum entstehen nach dem Trocknen des Lacks oft kleine Bläschen in der reparierten Stelle?

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Das Entstehen kleiner Bläschen im Lack – in der Fachsprache oft als „Kocher“ oder „Nadelstiche“ bezeichnet – ist ein häufiges Problem bei Lackierarbeiten. Es gibt dafür meist physikalische oder chemische Ursachen, die während des Trocknungsprozesses auftreten.

Hier sind die Hauptgründe, warum das passiert:

1. Lösemitteleinschluss (Die häufigste Ursache)

Wenn die oberste Schicht des Lacks zu schnell trocknet (sich „schließt“), können die darunter liegenden Lösemittel nicht mehr ungehindert entweichen.

  • Was passiert: Die Lösemittel versuchen nach oben zu steigen, werden aber von der bereits getrockneten Haut des Lacks gestoppt. Wenn sie sich dann doch einen Weg bahnen (z. B. durch Hitze beim Trocknen), entstehen winzige Blasen.
  • Ursache: Zu kurze Ablüftzeiten zwischen den einzelnen Lackschichten oder eine zu hohe Umgebungstemperatur.

2. Zu dicke Lackschichten

Wird der Lack in zu dicken Schichten aufgetragen („zu fett“ lackiert), ist die Menge an Lösemitteln im Verhältnis zur Oberfläche zu groß.

  • Was passiert: Der Lack kann nicht gleichmäßig durchhärten. Die untere Schicht bleibt lange flüssig/gasförmig, während die obere Schicht bereits fest wird.

3. Fehlerhafter Untergrund (Spachtelmasse)

Oft liegt das Problem gar nicht am Lack selbst, sondern an der Vorbereitung der reparierten Stelle.

  • Poren im Spachtel: Wenn die Spachtelmasse kleine Luftlöcher (Poren) hat und diese nicht mit einem Füller ordnungsgemäß verschlossen wurden, dehnt sich die darin eingeschlossene Luft beim Trocknen (besonders unter einer Infrarotlampe oder in der Sonne) aus und drückt den Lack hoch.
  • Nicht ausgehärteter Spachtel: Wenn der Spachtel oder Füller noch Restfeuchtigkeit oder Gase enthält, treten diese später aus.

4. Feuchtigkeit (Blasenbildung durch Osmose)

Feuchtigkeit ist der Feind jeder Lackierung.

  • Im Kompressor: Wenn das Abscheidungssystem der Druckluft nicht richtig funktioniert, gelangen winzige Wassertröpfchen in den Lackstrahl.
  • Untergrundfeuchtigkeit: Wenn die Stelle nass geschliffen wurde und nicht lange genug trocknen konnte, wandert die Feuchtigkeit später nach oben.

5. Falsches Mischverhältnis oder falscher Härter

Wenn der Härter oder die Verdünnung nicht exakt auf den Lack oder die Umgebungstemperatur abgestimmt ist, verhält sich das Trocknungsverhalten unvorhersehbar. Ein zu „schneller“ Härter bei hohen Temperaturen lässt die Oberfläche zu rasch versiegeln.

6. Verunreinigungen (Silikone/Fette)

Obwohl Silikone meist eher zu „Kratern“ (Fischaugen) führen, können auch kleinste Einschlüsse von Fett, Öl oder Schweiß (von den Fingern) beim Trocknen Gase bilden, die den Lack anheben.


Wie kann man das vermeiden?

  1. Ablüftzeiten einhalten: Geduld ist beim Lackieren entscheidend. Jede Schicht muss so lange ruhen, wie vom Hersteller angegeben.
  2. Dünne Schichten: Lieber mehrere dünne Schichten als eine dicke.
  3. Untergrund penibel reinigen: Silikonentferner ist vor jedem Schritt Pflicht.
  4. Trocknung kontrollieren: Den frisch lackierten Gegenstand nicht sofort in die pralle Sonne oder direkt vor einen Heizstrahler stellen. Die Wärme sollte langsam gesteigert werden.
  5. Luftqualität: Wasserabscheider am Kompressor regelmäßig entleeren.

Was tun, wenn die Blasen da sind? Leider hilft meist nur eines: Die Stelle muss nach der vollständigen Durchhärtung bis auf die gesunde Schicht abgeschliffen und erneut fachgerecht aufgebaut werden. Einfaches Überlackieren hilft nicht, da die Gase unter dem Lack bleiben.

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