Warum darf überschüssiger Rasendünger nicht über den normalen Hausmüll oder die Kanalisation entsorgt werden?

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Die Entsorgung von Rasendünger über den Hausmüll oder die Kanalisation ist aus mehreren ökologischen und technischen Gründen streng untersagt. Dünger ist kein gewöhnlicher Abfall, sondern ein Konzentrat aus chemischen Wirkstoffen.

Hier sind die Hauptgründe:

1. Gefahr für die Gewässer (Eutrophierung)

Das größte Problem bei der Entsorgung über die Kanalisation ist die Überdüngung (Eutrophierung) von Seen und Flüssen.

  • Algenblüten: Dünger enthält hohe Konzentrationen an Stickstoff, Phosphat und Kalium. Gelangen diese Stoffe ungefiltert in natürliche Gewässer, lösen sie ein explosionsartiges Wachstum von Algen aus.
  • Sauerstoffmangel: Wenn diese Algen absterben, werden sie von Bakterien zersetzt, die dabei den gesamten Sauerstoff im Wasser verbrauchen. Das führt dazu, dass Fische und andere Wasserlebewesen ersticken – das Gewässer „kippt um“.

2. Belastung des Grundwassers (Nitratproblematik)

Wenn Dünger im Hausmüll landet, kann er (falls die Mülltüte reißt oder der Müll auf einer Deponie landet) durch Regen ausgewaschen werden.

  • Nitrat: Stickstoff im Dünger wird im Boden zu Nitrat umgewandelt. Nitrat ist im Grundwasser gesundheitsgefährdend (besonders für Säuglinge) und lässt sich von Wasserwerken nur mit extrem hohem technischem Aufwand wieder entfernen.

3. Überlastung der Kläranlagen

Kläranlagen sind darauf ausgelegt, menschliche Abfälle und normale Haushaltsverschmutzungen zu reinigen.

  • Keine Spezialfilter: Sie sind nicht darauf vorbereitet, plötzlich auftretende, hochkonzentrierte Chemikalienschübe (wie einen Eimer Dünger im Abfluss) vollständig herauszufiltern. Ein Teil der Nährstoffe fließt oft ungeklärt in den nächsten Bach oder Fluss.

4. Brand- und Explosionsgefahr

Einige Mineraldünger (insbesondere solche mit hohem Ammoniumnitrat-Anhalt) können unter bestimmten Bedingungen chemisch reagieren.

  • In der Müllverbrennungsanlage oder bei der mechanischen Mülltrennung können solche Chemikalien gefährliche Reaktionen eingehen oder die Brandgefahr erhöhen, wenn sie mit anderen Abfällen in Kontakt kommen.

5. Schwermetallbelastung

Manche (vor allem günstigere) Mineraldünger enthalten Spuren von Schwermetallen wie Cadmium oder Uran, die als Verunreinigungen im Roh-Phosphat vorkommen. Diese Stoffe gehören zur fachgerechten Entsorgung in eine Schadstoffsammelstelle, damit sie nicht unkontrolliert in die Umwelt gelangen.


Wie entsorgt man überschüssigen Dünger richtig?

  1. Aufbrauchen: Die beste Methode ist, den Dünger bestimmungsgemäß auf dem Rasen oder bei anderen Pflanzen zu verwenden (natürlich in der richtigen Dosierung). Dünger wird bei trockener Lagerung kaum schlecht.
  2. Weitergeben: Fragen Sie Nachbarn, Freunde oder Gartenvereine, ob diese Verwendung für den Rest haben.
  3. Wertstoffhof / Schadstoffmobil: Kleine Mengen an altem oder verklumptem Dünger können in der Regel kostenlos oder gegen eine geringe Gebühr beim örtlichen Wertstoffhof oder dem Schadstoffmobil abgegeben werden. Dort wird er fachgerecht entsorgt oder neutralisiert.

Wichtig: Lassen Sie den Dünger am besten in der Originalverpackung, damit das Personal bei der Sammelstelle sofort sieht, um welche Inhaltsstoffe es sich handelt.

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