Ist herkömmlicher Rasendünger gefährlich für Haustiere?

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Ja, herkömmlicher Rasendünger kann für Haustiere (insbesondere Hunde und Katzen) gefährlich sein. Die Gefahr hängt stark von der Zusammensetzung des Düngers und der aufgenommenen Menge ab.

Hier sind die wichtigsten Punkte, die du beachten solltest:

1. Warum ist herkömmlicher Dünger gefährlich?

  • Chemische Inhaltsstoffe: Herkömmliche Mineraldünger (oft als Blaukorn oder Langzeitdünger) enthalten Stickstoff, Phosphor und Kalium in hohen Konzentrationen. Diese Salze können bei Kontakt die Pfoten reizen und bei Verzehr zu Erbrechen, Durchfall und Magen-Darm-Entzündungen führen.
  • Zusatzstoffe (Unkraut- und Moosvernichter): Das ist die größte Gefahr. Viele Kombi-Produkte enthalten Pestizide oder Herbizide. Diese sind giftig und können schwere neurologische Symptome oder Organschäden verursachen.
  • Eisensulfat: In Moosvernichtern ist oft Eisensulfat enthalten. Dies ist stark ätzend für Schleimhäute und kann bei Verzehr zu schweren Vergiftungen führen.
  • Verlockender Geruch bei organischem Dünger: Viele „natürliche“ Dünger enthalten Hornmehl, Blutmehl oder Knochenmehl. Hunde lieben diesen Geruch und fressen dann unter Umständen große Mengen des Düngers direkt aus der Packung oder vom Boden, was zu einem Darmverschluss oder einer schweren Bauchspeicheldrüsenentzündung führen kann.

2. Symptome einer Vergiftung

Wenn dein Haustier Dünger aufgenommen hat, achte auf folgende Anzeichen:

  • Übermäßiges Speicheln
  • Erbrechen und Durchfall
  • Zittern oder Krämpfe
  • Atemnot
  • Lethargie oder totale Unruhe
  • Verfärbung der Schleimhäute

In diesem Fall: Sofort zum Tierarzt!

3. So minimierst du das Risiko

Wenn du herkömmlichen Dünger verwenden möchtest, solltest du diese Regeln befolgen:

  1. Einregnen: Dünger nach dem Ausbringen sofort sehr gründlich wässern. Die Körner müssen sich weitgehend auflösen oder in die Grasnarbe einsinken.
  2. Wartezeit: Halte Haustiere für mindestens 24 bis 48 Stunden vom Rasen fern (bis der Dünger vollständig eingezogen und das Gras getrocknet ist).
  3. Sichere Lagerung: Bewahre Düngersäcke immer an einem Ort auf, den Haustiere nicht erreichen können (hochgelegen oder in verschlossenen Boxen).
  4. Keine Pfützen trinken lassen: Nach dem Düngen und Wässern sollten Tiere nicht aus Pfützen auf dem Rasen trinken, da dort die Konzentration der Stoffe besonders hoch ist.

4. Die sicherere Alternative: Haustierfreundlicher Dünger

Es gibt im Baumarkt oder Fachhandel speziellen „haustiersicheren Rasendünger“.

  • Dieser ist meist rein organisch und enthält keine giftigen Chemie-Zusätze.
  • Oft steht auf der Packung „Unbedenklich für Haustiere direkt nach der Anwendung“.
  • Dennoch gilt auch hier: Den Hund nicht direkt die Pellets fressen lassen (Gefahr von Magenproblemen).

Fazit: Herkömmlicher Dünger ist kein harmloses Salz. Besonders Produkte mit Unkrautvernichter sind kritisch. Wer auf Nummer sicher gehen will, greift zu explizit als haustierfreundlich gekennzeichneten Bio-Düngern und wässert den Rasen nach dem Ausbringen ausgiebig.