Warum darf ein Holzbohrer nicht zum Bohren von Metall verwendet werden?

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Ein Holzbohrer ist speziell auf die physikalischen Eigenschaften von Holz (weich, faserig) ausgelegt. Metall hingegen ist hart, zäh und leitet Wärme anders. Wenn man einen Holzbohrer für Metall verwendet, führt das in der Regel zur sofortigen Zerstörung des Bohrers und birgt Sicherheitsrisiken.

Hier sind die wichtigsten Gründe im Detail:

1. Die Zentrierspitze

Das auffälligste Merkmal eines Holzbohrers ist die feine, scharfe Zentrierspitze.

  • Im Holz: Sie dient dazu, den Bohrer punktgenau anzusetzen und zu führen, damit er nicht verläuft.
  • Im Metall: Die Spitze ist viel zu dünn und empfindlich für das harte Material. Beim Versuch, in Metall einzudringen, würde die Spitze sofort umbiegen, abbrechen oder stumpf werden, da der Widerstand zu groß ist.

2. Die Vorschneider

Holzbohrer besitzen an den Außenkanten der Schneiden hochgezogene Vorschneider.

  • Im Holz: Diese schneiden die Holzfasern am Rand des Loches sauber ab, bevor der Rest des Materials herausgehoben wird. Das verhindert ein Ausreißen des Holzes.
  • Im Metall: Diese feinen Schneidkanten sind für Metall nicht stabil genug. Sie würden sich beim ersten Kontakt mit dem harten Metall festfressen oder abbrechen. Ein Metallbohrer hingegen hat eine durchgehende Schneidkante (meist mit einem Winkel von 118° oder 135°), die den Span vom Material abschält.

3. Material und Härte (HSS vs. Werkzeugstahl)

  • Holzbohrer bestehen oft aus einfachem Chrom-Vanadium-Stahl (CV-Stahl). Dieser ist für Holz völlig ausreichend, verliert aber bei hohen Temperaturen schnell seine Härte.
  • Metallbohrer bestehen meist aus HSS (High Speed Steel). Dieser Stahl ist so legiert, dass er auch bei großer Hitze (die beim Bohren von Metall zwangsläufig entsteht) seine Härte behält. Ein Holzbohrer würde beim Bohren in Metall sofort "ausglühen" (weich werden) und damit unbrauchbar werden.

4. Hitzeentwicklung und Spanabfuhr

Das Bohren in Metall erzeugt durch die hohe Reibung enorme Hitze.

  • Die Geometrie der Spirale (die Nut) ist beim Holzbohrer darauf ausgelegt, feine Holzspäne oder Mehl abzutransportieren.
  • Beim Metallbohren entstehen oft lange, heiße Fließspäne. Ein Holzbohrer kann diese nicht effizient abführen, was zu einer Verstopfung und noch mehr Hitze führt. Der Bohrer kann im schlimmsten Fall im Bohrloch festglühen oder brechen.

5. Unfallgefahr

Da der Holzbohrer keine geeignete Schneidengeometrie für Metall hat, kann er nicht sauber "greifen". Er fängt an zu rattern, kann abrutschen oder sich schlagartig im Material verhaken. Das kann dazu führen, dass:

  • Der Bohrer bricht und Splitter herumfliegen.
  • Die Bohrmaschine ausschlägt und das Handgelenk verletzt.
  • Das Werkstück (falls nicht fest eingespannt) mitgerissen wird und sich wie ein Propeller dreht.

Zusammenfassend: Ein Holzbohrer ist ein Spezialwerkzeug für weiche Stoffe. Metall erfordert eine Schneide, die schält und Druck standhält, während der Holzbohrer eher schneidet und Fasern trennt. Verwenden Sie für Metall immer HSS-Bohrer.