Warum berechnen Postdienstleister für manche Formate von Glückwunschkarten ein höheres Porto?
Dass manche Glückwunschkarten teurer im Versand sind als ein herkömmlicher Standardbrief, liegt vor allem an der Automatisierung der Postverarbeitung. Postdienstleister (wie zum Beispiel die Deutsche Post) setzen riesige Sortiermaschinen ein, die auf bestimmte Formate optimiert sind. Weicht eine Karte davon ab, verursacht das Mehraufwand.
Hier sind die Hauptgründe im Detail:
1. Das Format (insbesondere quadratische Karten)
Dies ist die häufigste „Falle“ bei Glückwunschkarten. Ein Standardbrief muss laut Post-Vorgaben rechteckig sein und ein bestimmtes Seitenverhältnis haben (die Länge muss mindestens das 1,4-fache der Breite betragen).
- Das Problem: Quadratische Karten erfüllen dieses Verhältnis nicht (1:1).
- Die Folge: Die Sortiermaschinen können quadratische Umschläge oft nicht korrekt ausrichten oder sie verkanten sich. Solche Briefe müssen daher oft händisch aussortiert oder in anderen Maschinen verarbeitet werden. Deshalb werden sie in Deutschland meist als Kompaktbrief (statt Standardbrief) berechnet, was teurer ist.
2. Die Dicke und das Gewicht
Glückwunschkarten sind oft aus dickerem Karton gefertigt oder haben Applikationen (Schleifen, Holzplättchen, 3D-Elemente).
- Ein Standardbrief darf in Deutschland maximal 5 mm dick sein und höchstens 20 Gramm wiegen.
- Viele hochwertige Klappkarten überschreiten mit Umschlag die 20-Gramm-Marke oder sind durch Verzierungen dicker als 5 mm. Dann rutscht der Brief automatisch in die nächsthöhere Portoklasse (Kompaktbrief oder Großbrief).
3. Die Maschinenlesbarkeit
Damit die Post schnell sortiert werden kann, müssen Scanner die Adresse lesen können.
- Dunkle oder glänzende Umschläge: Bei Glückwunschkarten werden oft rote, dunkelblaue oder goldene Umschläge verwendet. Die Sortiermaschinen können die Adresse darauf oft nicht lesen.
- Steifigkeit: Wenn eine Karte extrem steif ist (z. B. aus Holz oder sehr dickem Material), kann sie die engen Kurven in den Sortieranlagen nicht durchlaufen.
- Solche Sendungen müssen manuell nachbearbeitet werden, was die Post über ein höheres Porto (z. B. als Großbrief) kompensiert.
4. Sonderformen
Alles, was nicht rechteckig ist (herzförmige Karten, runde Karten etc.), kann grundsätzlich nicht maschinell verarbeitet werden. Diese Formen werden fast immer zum Tarif für größere oder schwerere Briefe befördert, da sie eine „Sonderbehandlung“ darstellen.
Zusammenfassung: Worauf sollte man achten?
Wenn du Porto sparen willst, achte beim Kauf auf folgende Punkte:
- Format: Rechteckig ist günstiger als quadratisch.
- Gewicht: Bleibt die Karte inklusive Umschlag unter 20 Gramm?
- Dicke: Ist die Karte flacher als 5 mm?
- Farbe: Ein heller Umschlag mit dunkler Schrift ist am sichersten für den Standardtarif.
Tipp: Auf vielen Grußkarten steht heute bereits auf der Rückseite (beim Barcode) ein kleiner Hinweis wie „Standardbrief-Porto“ oder „Kompaktbrief-Porto“, damit man beim Briefmarkenkauf keine Überraschung erlebt.