Welche gängigen Formate von Speicherkarten gibt es heute?
Obwohl es früher eine unüberschaubare Vielfalt an Formaten gab (wie Memory Stick, xD-Picture Card oder MultiMediaCard), hat sich der Markt heute auf wenige wesentliche Standards konsolidiert.
Hier sind die gängigen Formate, unterteilt nach ihrem Einsatzgebiet:
1. SD-Karten (Secure Digital) – Der Standard
Die SD-Karte ist das am weitesten verbreitete Format für Digitalkameras, Laptops und Audiogeräte. Man unterscheidet sie hauptsächlich nach ihrer Kapazität:
- SDHC (High Capacity): Bis zu 32 GB.
- SDXC (Extended Capacity): Von 64 GB bis zu 2 TB (der heutige Standard).
- SDUC (Ultra Capacity): Theoretisch bis zu 128 TB (noch sehr selten).
Zudem gibt es Geschwindigkeitsklassen wie UHS-I und UHS-II (erkennbar an einer zweiten Pin-Reihe auf der Rückseite für schnellere Datenübertragung).
2. microSD-Karten – Die Kleinen
Dies ist die Miniaturversion der SD-Karte. Sie ist heute das dominierende Format für:
- Smartphones (falls ein Slot vorhanden ist).
- Actioncams (GoPro) und Drohnen.
- Nintendo Switch.
- Tablets. Auch hier gibt es die Unterteilungen microSDHC und microSDXC. Meist werden sie mit einem Adapter geliefert, damit sie auch in große SD-Slots passen.
3. CFexpress – Der neue Profi-Standard
CFexpress-Karten basieren auf der schnellen PCIe-Schnittstelle (ähnlich wie moderne SSDs in PCs) und werden in High-End-Kameras für extrem hohe Datenraten (z. B. 8K-Video oder schnelle Serienbilder) genutzt. Es gibt drei Typen:
- Typ A: Kleiner als eine SD-Karte, wird fast ausschließlich von Sony verwendet.
- Typ B: Gleiche Bauform wie XQD-Karten, sehr verbreitet bei Nikon, Canon und Panasonic. Dies ist das aktuell schnellste gängige Format für Endverbraucher.
- Typ C: Größer und für Computer/Server gedacht (im Kamerabereich nicht verbreitet).
4. XQD-Karten
Ein Vorläufer von CFexpress Typ B. XQD-Karten sind mechanisch identisch mit CFexpress Typ B, aber langsamer. Sie wurden primär von Nikon und Sony in professionellen Kameras eingeführt, werden aber zunehmend durch CFexpress ersetzt.
5. CFast 2.0
Eine Weiterentwicklung der alten CompactFlash-Karte. Sie sieht aus wie eine herkömmliche CF-Karte, nutzt aber ein SATA-Interface. Sie kommt heute fast nur noch in speziellen professionellen Kinokameras (z. B. von Blackmagic oder älteren Canon EOS-C-Modellen) zum Einsatz.
6. NM Card (Nano Memory)
Ein proprietäres Format von Huawei. Die Karte hat exakt die gleiche Größe wie eine Nano-SIM-Karte. Da sie fast ausschließlich in Huawei-Smartphones funktioniert, hat sie sich auf dem restlichen Markt nicht durchgesetzt.
Worauf man heute beim Kauf achten muss:
Neben dem Format sind die Geschwindigkeitsklassen entscheidend:
- V30, V60, V90 (Video Speed Class): Wichtig für Videoaufnahmen. V30 reicht für 4K meist aus, V90 ist für extrem hohe Bitraten nötig.
- A1 / A2 (App Performance Class): Wichtig für microSD-Karten in Smartphones, damit Apps direkt von der Karte schnell starten.
- UHS-II: Wenn Ihre Kamera diesen Standard unterstützt, sollten Sie Karten mit der zweiten Pin-Reihe kaufen, um die volle Geschwindigkeit zu nutzen.
Fazit: Für 95 % aller Nutzer sind heute SDXC oder microSDXC die richtige Wahl. Wer professionell fotografiert oder filmt, greift zunehmend zu CFexpress.