Sind alte Briefmarken mit D-Mark-Nennwert heute noch als Porto gültig?
Die kurze Antwort lautet: In der Regel nein.
Hier sind die Details, da es eine wichtige Ausnahme gibt:
1. Briefmarken mit reinem DM-Wert: Ungültig
Briefmarken, auf denen der Wert nur in Pfennig oder D-Mark angegeben ist, sind seit dem 30. Juni 2002 nicht mehr als Porto gültig. Sie können auch nicht mehr bei der Post umgetauscht werden (die Umtauschfrist endete am 30. Juni 2003).
2. Die Ausnahme: Briefmarken mit Doppelwährung (DM und Euro)
In der Übergangsphase (ca. 2000 bis 2001) wurden Briefmarken herausgegeben, auf denen beide Werte aufgedruckt sind (z. B. "110 Pf / 0,56 €").
- Diese Marken sind nach wie vor gültig.
- Sie können heute noch ganz normal zum Frankieren verwendet werden. Dabei zählt natürlich nur der Euro-Wert.
3. Briefmarken in reiner Euro-Währung
Alle Briefmarken, die seit der Währungsumstellung (ab Januar 2002) mit reinem Euro-Nennwert herausgegeben wurden, sind unbegrenzt gültig, sofern sie nicht beschädigt oder bereits gestempelt sind.
Was kann man mit den alten DM-Marken noch machen?
Da sie nicht mehr als Porto dienen, bleiben nur zwei Optionen:
- Sammlerwert prüfen: Die meisten "normalen" Briefmarken aus den 70er, 80er und 90er Jahren wurden in so hohen Auflagen gedruckt, dass sie heute kaum mehr als den Papierwert haben. Nur seltene Fehldrucke oder besondere Stücke sind wertvoll.
- Dekoration/Basteln: Viele nutzen die alten Marken für Collagen, zum Basteln oder als nostalgisches Erinnerungsstück.
Zusammenfassend: Wenn auf Ihrer Marke kein Euro-Betrag steht, können Sie sie nicht mehr für den Briefversand verwenden. Wenn Sie sie trotzdem aufkleben, wird der Brief wie ein unfrankierter Brief behandelt (Nachporto für den Empfänger oder Rücksendung).