Verstopfen die enthaltenen Reibemittel der Handwaschpaste auf Dauer die Abflussrohre?

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Die kurze Antwort lautet: Ja, Handwaschpasten können auf Dauer die Abflussrohre verstopfen, insbesondere wenn sie regelmäßig und in großen Mengen verwendet werden.

Ob und wie schnell das passiert, hängt jedoch stark von der Art der enthaltenen Reibemittel und dem persönlichen Nutzungsverhalten ab.

Hier sind die Details, warum das passiert und worauf man achten sollte:

1. Die Art des Reibemittels ist entscheidend

  • Sand (Quarzsand): Dies ist die problematischste Variante. Sand ist schwerer als Wasser und setzt sich bevorzugt im Siphon (dem U-Bogen unter dem Waschbecken) oder in waagerechten Rohrabschnitten ab. Er löst sich niemals auf.
  • Holzmehl: Viele moderne Pasten nutzen Holzmehl. Es ist zwar leichter als Sand, kann aber im Rohr aufquellen. Wenn es sich mit Fettresten (die man ja meistens zusammen mit der Paste abwäscht) verbindet, entsteht eine zähe Masse, die wie Beton festwerden kann.
  • Maisspindelmehl oder Walnussschalengranulat: Diese biologischen Mittel sind etwas weniger problematisch als Sand, verhalten sich aber ähnlich wie Holzmehl: Sie können zusammen mit Seifenresten und Schmutz Klumpen bilden.
  • Kunststoff-Mikroperlen: Diese sind aus Umweltschutzgründen mittlerweile weitgehend verboten oder werden durch biologisch abbaubare Stoffe ersetzt. Sie verstopfen Rohre zwar seltener (da sie sehr leicht sind), belasten aber extrem die Kläranlagen und die Umwelt.

2. Der "Kleber-Effekt"

Das Hauptproblem ist meist nicht das Reibemittel allein, sondern die Kombination:

  • Fett und Öl: Handwaschpaste wird benutzt, um Öle, Schmierstoffe oder Ruß zu entfernen. Diese Stoffe gelangen zusammen mit der Paste in den Abfluss.
  • Kaltes Wasser: Viele waschen sich die Hände mit kaltem oder nur lauwarmem Wasser. Das Fett wird dadurch im Rohr schnell wieder fest und dient als „Kleber“ für die Reibemittel (Sand oder Holzmehl). Es bilden sich Ablagerungen, die Schicht für Schicht das Rohr verengen.

3. Tipps, um Verstopfungen zu vermeiden

Wenn Sie regelmäßig Handwaschpaste verwenden müssen, können Sie folgende Maßnahmen ergreifen:

  • Vorspülen ohne Wasser: Die meisten Handwaschpasten entfalten ihre Wirkung am besten, wenn man sie auf die trockenen Hände gibt, verreibt und den groben Schmutz erst einmal mit einem Papiertuch abwischt. Das Tuch kommt in den Müll – so landet ein Großteil der Reibemittel gar nicht erst im Abfluss.
  • Viel Wasser nachspülen: Spülen Sie nach dem Händewaschen gründlich mit heißem Wasser nach. Das hält die Fette flüssig und spült die schweren Partikel weiter in das Hauptrohr, wo der Durchfluss größer ist.
  • Siphon regelmäßig reinigen: Wenn Sie merken, dass das Wasser langsamer abfließt, schrauben Sie den Siphon ab und reinigen ihn manuell. Das ist effektiver als chemische Rohrreiniger, die bei Sand oder Holzmehl oft wirkungslos sind.
  • Sandfreie Produkte wählen: Achten Sie beim Kauf darauf, Produkte mit biologischen Reibemitteln (Holz, Mais, Walnuss) statt Sand zu verwenden. Diese sind zwar auch nicht völlig risikofrei für das Rohr, aber deutlich weniger aggressiv und schwer.

Fazit: In Werkstätten oder Industriebetrieben sind oft spezielle Schlammfänge oder Abscheider unter den Waschbecken installiert, um genau dieses Problem zu verhindern. Im privaten Haushalt ist die Kombination aus "Abwischen mit Papier" und "viel heißem Nachspülen" die beste Strategie.

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