Stellen Induktionskochplatten ein Gesundheitsrisiko für Personen mit Herzschrittmachern dar?

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Ja, Induktionskochfelder können theoretisch ein Gesundheitsrisiko für Personen mit Herzschrittmachern oder implantierten Defibrillatoren (ICD) darstellen, da sie starke elektromagnetische Felder erzeugen.

In der Praxis ist das Risiko jedoch bei sachgemäßer Anwendung gering. Die meisten modernen Herzschrittmacher sind gut gegen äußere Einflüsse abgeschirmt. Dennoch gibt es wichtige Vorsichtsmaßnahmen, die beachtet werden sollten.

Hier sind die Details und Empfehlungen:

Wie entsteht das Risiko?

Induktionskochplatten erzeugen magnetische Wechselfelder, um den Boden des Kochgeschirrs direkt zu erhitzen. Wenn ein Herzschrittmacher diesen Feldern zu nahe kommt, kann es zu sogenannten elektromagnetischen Interferenzen (EMI) kommen. Dies könnte dazu führen, dass:

  • der Schrittmacher fälschlicherweise Impulse abgibt oder unterdrückt.
  • das Gerät in den sogenannten „Magnetmodus“ wechselt.

Wichtige Vorsichtsregeln

Die Deutsche Herzstiftung und Mediziner empfehlen folgende Maßnahmen, um das Risiko zu minimieren:

  1. Abstand halten: Ein Sicherheitsabstand von mindestens 5 bis 10 Zentimetern zwischen dem Schrittmacher (in der Brust) und der Kochplatte sollte immer eingehalten werden. Um ganz sicherzugehen, werden oft 20 bis 30 Zentimeter empfohlen.
  2. Nicht direkt darüberbeugen: Vermeiden Sie es, sich längere Zeit direkt über das eingeschaltete Kochfeld zu beugen.
  3. Passendes Kochgeschirr: Verwenden Sie Töpfe und Pfannen, die die Kochzone vollständig abdecken. Wenn das Kochfeld nicht ganz bedeckt ist, treten mehr magnetische Streufelder nach außen aus.
  4. Zentriertes Kochen: Stellen Sie den Topf immer genau in die Mitte der markierten Kochzone.
  5. Keine Metalllöffel zum Umrühren: Es wird empfohlen, keine metallischen Küchenutensilien zu verwenden, da über diese theoretisch ein geringer Kriechstrom durch den Körper fließen könnte. Nutzen Sie lieber Holz- oder Kunststofflöffel.

Was sollten Betroffene tun?

  • Rücksprache mit dem Arzt: Da jedes Implantatmodell unterschiedlich empfindlich ist, sollten Träger von Herzschrittmachern ihren Kardiologen fragen. Dieser kann oft in den technischen Unterlagen des Herstellers nachsehen, wie störanfällig das spezifische Modell ist.
  • Hersteller kontaktieren: Auch die Hersteller der Schrittmacher (z. B. Medtronic, Biotronik, St. Jude Medical) geben Auskunft über die Verträglichkeit mit Induktionsherden.

Fazit

Wenn Sie die oben genannten Regeln beachten (insbesondere den Abstand und das korrekte Abdecken der Kochzonen), ist die Nutzung eines Induktionsherdes für die meisten Träger von Herzschrittmachern sicher. Wer jedoch unsicher ist oder ein sehr altes Schrittmachermodell trägt, sollte im Zweifel auf ein herkömmliches Elektrokochfeld (Ceran/Strahlungswärme) oder Gas setzen.

Hinweis: Diese Information dient der allgemeinen Aufklärung und ersetzt keine ärztliche Beratung.

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