Staut sich unter dem wasserdichten Material des Ponchos schnell Schweiß?

Melden

Kurze Antwort: Ja, das passiert bei herkömmlichen Regenponchos sehr schnell.

Da das Material wasserdicht ist, lässt es in der Regel auch keinen Wasserdampf (Schweiß) nach außen durch. Man spricht hier oft vom sogenannten „Gewächshauseffekt“.

Hier sind die Details, warum das so ist und wie man es beeinflussen kann:

1. Das Material entscheidet

  • PVC / Vinyl / PE: Diese günstigen Kunststoffe sind absolut luftundurchlässig. Hier staut sich die Feuchtigkeit am schnellsten. Schon bei leichter Bewegung bildet sich Kondenswasser an der Innenseite, und man wird „von innen nass“.
  • Beschichtetes Nylon/Polyester: Diese sind etwas leichter, aber meist ebenfalls nicht atmungsaktiv.
  • Funktionsmaterialien (Membranen): Teurere Ponchos aus Materialien wie Gore-Tex oder ähnlichen Laminaten haben Poren, die groß genug für Wasserdampf, aber zu klein für Regentropfen sind. Hier ist die Schweißbildung deutlich geringer.

2. Der „Vorteil“ der Poncho-Form

Obwohl das Material meist nicht atmet, hat ein Poncho gegenüber einer eng anliegenden Regenjacke einen konstruktionsbedingten Vorteil:

  • Belüftung von unten: Da ein Poncho weit geschnitten und unten offen ist, findet durch die Bewegung ein gewisser Luftaustausch statt (Blasebalg-Effekt).
  • Weite: Der Stoff klebt nicht direkt auf der Haut (sofern man Kleidung darunter trägt), was das klebrige Gefühl verzögert.

3. Wann wird es problematisch?

  • Körperliche Anstrengung: Beim Wandern bergauf oder beim schnellen Radfahren produziert der Körper viel Wärme. Die feuchte Luft unter dem Poncho kann nicht schnell genug entweichen.
  • Hohe Luftfeuchtigkeit: Wenn es warm ist und regnet, ist die Luft gesättigt, und der Schweiß verdunstet ohnehin schlechter.

Tipps gegen den Hitzestau im Poncho:

  1. Atmungsaktive Kleidung darunter: Trage keine Baumwolle (die saugt sich voll und bleibt nass), sondern Funktionsunterwäsche oder Wolle (Merino), die Feuchtigkeit vom Körper wegtransportiert.
  2. Belüftung nutzen: Viele Ponchos haben Druckknöpfe an den Seiten. Diese kann man offen lassen, um den Durchzug zu erhöhen, solange der Regen nicht zu stark peitscht.
  3. Tempo drosseln: Wer im Poncho stark schwitzt, sollte einen Gang zurückschalten, um die Eigenwärme-Produktion zu senken.
  4. Auf Qualität achten: Wenn du den Poncho für längere Wanderungen nutzt, investiere in ein Modell mit atmungsaktiver Membran und evtl. zusätzlichen Belüftungsschlitzen oder Reißverschlüssen.

Fazit: In einem günstigen Plastik-Poncho wirst du bei Bewegung zwangsläufig schwitzen. Er ist eher für den stationären Einsatz (Stadion, Konzert) oder kurze Wege gedacht. Für sportliche Aktivitäten ist ein atmungsaktives Modell oder eine hochwertige Regenjacke mit Unterarm-Belüftung die bessere Wahl.