Sind gängige Versandkartons vollständig recycelbar?

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Die kurze Antwort lautet: Ja, herkömmliche Versandkartons aus Wellpappe sind zu fast 100 % recycelbar.

Allerdings gibt es einige Details zu beachten, damit der Recyclingprozess optimal funktioniert. Hier ist eine Übersicht, was recycelbar ist und wo die Fallstricke liegen:

1. Das Material (Wellpappe)

Die Basis fast aller Versandkartons ist Wellpappe. Sie besteht aus Zellstofffasern, die bis zu 20-mal oder öfter wiederverwendet werden können. Kartons gehören zu den am besten recycelten Produkten überhaupt (in Deutschland liegt die Recyclingquote für Papier, Pappe und Kartonagen bei über 90 %).

2. Die „Störstoffe“ (Was ist mit Klebeband und Etiketten?)

Das ist die häufigste Frage. Moderne Recyclinganlagen sind darauf ausgelegt, Fremdstoffe auszusortieren:

  • Klebestreifen aus Kunststoff (Paketband): Diese werden in der Papierfabrik in einem sogenannten „Pulper“ (einem riesigen Mixer) von den Papierfasern getrennt. Die Kunststoffreste werden herausgefiltert und meist thermisch verwertet (verbrannt).
  • Versandetiketten: Auch diese werden im Prozess aussortiert.
  • Klammern: Metallklammern (bei sehr schweren Kartons) werden mit Magneten oder Sieben entfernt.

Empfehlung: Auch wenn die Anlagen das schaffen, hilft es der Umwelt, wenn du Plastikklebebänder entfernst. Noch besser sind Kartons, die mit Papierklebeband verschlossen sind, da dieses direkt mitverarbeitet werden kann.

3. Wann ist ein Karton NICHT mehr recycelbar?

Es gibt Ausnahmen, bei denen der Karton nicht ins Altpapier, sondern in den Restmüll gehört:

  • Starke Verschmutzung: Kartons, die mit Öl, Fett (z. B. Pizzakartons mit Essensresten) oder Chemikalien getränkt sind.
  • Beschichtungen: Manche Kartons sind mit einer Kunststofffolie überzogen (oft glänzend oder wasserabweisend). Wenn sich die Folie nicht leicht einreißen lässt, sondern dehnt, ist sie oft fest mit der Pappe verklebt und schwer zu recyceln.
  • Anhaftendes Füllmaterial: Styroporreste oder eingeklebte Schaumstoffe müssen entfernt werden.

4. Das Füllmaterial

Das gehört oft in andere Tonnen:

  • Luftpolsterfolie / Plastikchips: Gehören in den Gelben Sack / die Gelbe Tonne.
  • Papierpolster: Gehören zum Altpapier.
  • Maisstärke-Chips: Diese sehen aus wie Styropor, lösen sich aber in Wasser auf. Sie können theoretisch auf den Kompost oder in den Restmüll (sie sind kein Plastik).

Tipps für die Entsorgung:

  1. Flach machen: Zerdrücke oder falte die Kartons. Große, hohle Kartons verstopfen die Müllabfuhr-Fahrzeuge und die Sortieranlagen.
  2. Kein Plastik in die Papiertonne: Nimm Plastiktüten oder Styropor aus dem Karton heraus, bevor du ihn wegwirfst.
  3. Trocken halten: Nasser Karton beginnt zu schimmeln und verschlechtert die Qualität der Papierfasern.

Fazit: Der klassische braune Versandkarton ist ein Musterbeispiel für Kreislaufwirtschaft. Solange er nicht extrem verschmutzt ist, kann er problemlos im Altpapier entsorgt werden.

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