Sind die Schalen von konventionell angebauten Gurken stark mit Pestiziden belastet?

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Die Antwort auf diese Frage ist ein differenziertes „Ja, aber im Rahmen der gesetzlichen Grenzwerte“.

Hier sind die wichtigsten Punkte zur Pestizidbelastung bei konventionell angebauten Gurken:

1. Häufigkeit von Rückständen

Konventionelle Gurken gehören regelmäßig zu den Gemüsesorten, in denen Pestizidrückstände nachgewiesen werden. Da Gurken anfällig für Pilzkrankheiten (wie Mehltau) und Schädlinge sind, werden im konventionellen Anbau häufig Fungizide und Insektizide eingesetzt.

2. Die Schale als Hauptträger

Die meisten Pestizidrückstände befinden sich direkt auf oder in der Wachsschicht der Schale. Da die Schale sehr dünn ist, können systemische Pestizide (die von der Pflanze aufgenommen werden) auch in das Fruchtfleisch gelangen, die Konzentration ist in der Schale jedoch fast immer am höchsten.

3. Grenzwerte und Kontrollen

  • Gesetzliche Grenzwerte: In der EU gelten strenge Rückstandshöchstmengen (RHMG). Die meisten im Handel befindlichen Gurken halten diese Grenzwerte ein.
  • Überschreitungen: Laut Berichten der Lebensmittelüberwachung (z. B. des CVUA Stuttgart oder des Bundesamtes für Verbraucherschutz) liegen die Proben meist unter den Grenzwerten. Überschreitungen sind eher selten, kommen aber bei Importen aus Nicht-EU-Ländern (z. B. Türkei) statistisch häufiger vor als bei Ware aus Deutschland, den Niederlanden oder Spanien.

4. Das Problem des „Pestizid-Cocktails“

Ein häufiger Kritikpunkt von Organisationen wie Greenpeace oder dem BUND ist die Mehrfachbelastung. Oft werden auf einer einzigen Gurke Rückstände von fünf oder mehr verschiedenen Wirkstoffen gefunden. Obwohl jeder einzelne Stoff unter dem Grenzwert liegt, ist die Wirkung dieser Kombinationen („Cocktail-Effekt“) auf den menschlichen Körper noch nicht abschließend geklärt.

5. Was kann man tun?

Wenn Sie konventionelle Gurken kaufen, gibt es drei Möglichkeiten:

  • Gründlich waschen: Waschen Sie die Gurke unter fließendem, lauwarmem Wasser ab und reiben Sie sie mit einem sauberen Tuch trocken. Das entfernt einen Teil der oberflächlichen Rückstände, aber nicht die Stoffe, die in die Schale eingedrungen sind.
  • Schälen: Das Schälen entfernt den Großteil der Pestizide. Der Nachteil: In und direkt unter der Schale sitzen auch die meisten Vitamine, Ballaststoffe und sekundären Pflanzenstoffe.
  • Bio-Ware kaufen: Bei Bio-Gurken ist der Einsatz chemisch-synthetischer Pestizide verboten. Untersuchungen zeigen regelmäßig, dass Bio-Gurken praktisch frei von Rückständen sind. Hier kann die Schale bedenkenlos mitgegessen werden.

Fazit

Konventionelle Gurkenschalen sind häufig mit Rückständen belastet, aber in der Regel so gering, dass sie laut Behörden keine unmittelbare Gesundheitsgefahr darstellen. Wer jedoch das Risiko von Mehrfachbelastungen vermeiden und die wertvollen Inhaltsstoffe der Schale nutzen möchte, sollte zu Bio-Gurken greifen oder die konventionelle Gurke schälen.

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