Seit wann nutzen Menschen nachweislich Kämme als Werkzeuge zur Haarpflege?

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Die Nutzung von Kämmen lässt sich bis in die Steinzeit zurückverfolgen. Nachweislich nutzen Menschen Kämme seit mindestens 5.000 bis 10.000 Jahren, wobei es Hinweise gibt, die noch deutlich weiter zurückreichen.

Hier sind die wichtigsten Meilensteine der archäologischen Funde:

1. Die ältesten eindeutigen Funde (Jungsteinzeit und Mesolithikum)

Die ältesten Kämme, die zweifelsfrei der Haarpflege zugeordnet werden können, stammen aus der Zeit um 8.000 bis 10.000 v. Chr.

  • Natufien-Kultur: In der Levante (naher Osten) wurden Knochenkämme gefunden, die etwa 10.000 Jahre alt sind.
  • Skandinavien: In Gebieten des heutigen Dänemarks und Schwedens wurden Kämme aus Knochen und Geweih gefunden, die auf das Mesolithikum (Mittelsteinzeit) datiert werden.

2. Frühe Hochkulturen (ca. 4.000 – 3.000 v. Chr.)

Ab diesem Zeitpunkt werden Kämme zu regelrechten Kunstobjekten und Massenwaren:

  • Ägypten: Aus der Badari-Kultur (ca. 4.400 v. Chr.) und der darauffolgenden Zeit der Pharaonen sind zahlreiche Kämme aus Elfenbein, Knochen und Holz erhalten. Diese dienten nicht nur dem Entwirren der Haare, sondern waren oft reich verziert und dienten als Statussymbol.
  • China: Auch in China wurden Kämme aus der Jungsteinzeit (ca. 3.000 v. Chr.) gefunden, oft aus Jade oder Holz gefertigt.

3. Mögliche noch ältere Ursprünge (Altsteinzeit)

Es gibt Funde von gezinkten Objekten aus Knochen, die bis zu 30.000 Jahre alt sind (Jungpaläolithikum). Archäologen sind sich hier jedoch oft unsicher, ob diese als Haarkämme oder als Werkzeuge zum Weben oder zur Bearbeitung von Tierfellen genutzt wurden. Da Haarpflege (insbesondere das Entfernen von Parasiten) jedoch ein biologisches Bedürfnis ist, gehen viele Forscher davon aus, dass kammähnliche Werkzeuge schon sehr früh existierten.

Funktionen der frühen Kämme

Kämme hatten in der Geschichte drei Hauptfunktionen:

  1. Entwirren und Ordnen: Zur reinen Ästhetik.
  2. Hygiene: Ganz wichtig war die Entfernung von Läusen und Nissen. Viele antike Kämme sind extrem feinzinkig (ähnlich heutiger Nissenkämme).
  3. Schmuck: Kämme wurden oft dauerhaft im Haar getragen, um Frisuren zu fixieren und den sozialen Status anzuzeigen.

Fazit: Man kann mit Sicherheit sagen, dass der Kamm seit mindestens 10.000 Jahren ein fester Bestandteil der menschlichen Werkzeugkiste ist. Er gehört damit zu den ältesten unveränderten Gebrauchsgegenständen der Menschheit.

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