Seit wann gibt es industriell geschnittenes Toastbrot zu kaufen?
Industriell geschnittenes Brot (und damit auch Toastbrot) gibt es seit dem 7. Juli 1928.
Hier sind die wichtigsten Details zur Entstehungsgeschichte:
1. Die Erfindung in den USA (1928)
Der US-Amerikaner Otto Frederick Rohwedder erfand die erste automatische Brotschneidemaschine. Er hatte jahrelang an dem Prototyp gearbeitet, da er nicht nur eine Maschine bauen musste, die das Brot schnitt, sondern es auch sofort verpackte, damit es nicht austrocknete.
Das erste fertig geschnittene Brot der Welt wurde von der Chillicothe Baking Company in Missouri (USA) unter dem Namen „Kleen Maid Sliced Bread“ verkauft. Es war ein sofortiger Erfolg.
2. Der berühmte Werbespruch
In den USA entstand durch diese Neuerung die Redewendung „The greatest thing since sliced bread“ (Das Beste seit dem geschnittenen Brot), was bis heute als Metapher für eine bahnbrechende Innovation verwendet wird.
3. Wann kam es nach Deutschland?
In Deutschland dauerte es deutlich länger, bis sich Toastbrot und industriell geschnittenes Brot durchsetzten. Das lag vor allem an der starken Tradition des klassischen Handwerksbäckers und der Vorliebe für Brot mit harter Kruste (Graubrot/Schwarzbrot).
- Nach dem Zweiten Weltkrieg: Durch die Präsenz der US-Soldaten stieg das Interesse an amerikanischem „White Bread“.
- 1963 – Der Durchbruch: In diesem Jahr schlossen sich mehrere große deutsche Backbetriebe zur „Arbeitsgemeinschaft Golden Toast“ zusammen. Sie brachten das „Golden Toast“ auf den Markt, das den Toastbrot-Markt in Deutschland revolutionierte und den Typus des weichen, geschnittenen Weißbrotes massentauglich machte.
Warum war es eine technische Herausforderung?
Bevor es die entsprechenden Verpackungsfolien und Konservierungsmöglichkeiten gab, wurde geschnittenes Brot innerhalb kürzester Zeit hart und trocken. Erst die Kombination aus Rohwedders Schneidemaschine und der direkten Verpackung in gewachstem Papier (später Plastik) machte den kommerziellen Verkauf möglich.