Warum ist es gesundheitlich bedenklich, Toastbrot zu essen, das im Toaster zu dunkel oder schwarz geworden ist?
Es ist gesundheitlich bedenklich, sehr dunkles oder verbranntes Toastbrot zu essen, da bei dem starken Erhitzen von stärkehaltigen Lebensmitteln ein chemischer Stoff namens Acrylamid entsteht.
Hier sind die wichtigsten Gründe und Hintergründe:
1. Die Entstehung von Acrylamid
Acrylamid bildet sich bei der sogenannten Maillard-Reaktion. Das ist die chemische Reaktion zwischen Zuckern (wie Glukose) und einer Aminosäure (Asparagin), wenn diese bei Temperaturen über 120 Grad Celsius trocken erhitzt werden (beim Backen, Rösten, Frittieren oder eben Toasten).
Je dunkler der Toast wird, desto mehr Acrylamid wird gebildet. Sobald das Brot schwarz verkohlt ist, steigt die Konzentration drastisch an.
2. Warum ist Acrylamid gefährlich?
- Krebserregendes Potenzial: In Tierversuchen hat sich Acrylamid als krebserregend und erbgutschädigend (genotoxisch) erwiesen.
- Umwandlung im Körper: Der Körper wandelt Acrylamid in Glycidamid um, eine Substanz, die besonders stark mit der DNA reagieren und Mutationen auslösen kann.
- Einstufung: Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stufen Acrylamid in Lebensmitteln als potenzielles Gesundheitsrisiko für Verbraucher aller Altersgruppen ein.
3. Andere Schadstoffe (PAK)
Wenn Brot tatsächlich verbrennt (verkohlt), können zusätzlich Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) entstehen. Diese entstehen bei der unvollständigen Verbrennung von organischem Material und gelten ebenfalls als krebserregend.
Tipps für gesundes Toasten
Die goldene Regel der Ernährungsexperten lautet: „Vergolden statt Verkohlen“.
- Farbe beachten: Toasten Sie das Brot nur so lange, bis es hellgelb oder goldbraun ist. Sobald braune oder schwarze Stellen sichtbar werden, ist der Acrylamidgehalt zu hoch.
- Dicke Scheiben: Dickere Scheiben enthalten im Verhältnis zur Oberfläche oft weniger Acrylamid als sehr dünne, knusprige Scheiben.
- Verbrannte Stellen nicht essen: Wenn der Toast doch einmal zu dunkel geworden ist, sollten Sie die schwarzen Stellen großzügig abkratzen. Da Acrylamid jedoch auch in den tieferen Schichten der Kruste sitzt, ist es im Zweifelsfall besser, die Scheibe zu entsorgen.
- Feuchtigkeit: Zu trockenes Brot bildet schneller Acrylamid. Frischeres Brot ist beim Toasten etwas sicherer.
Fazit: Einmalig ein dunkles Stück Toast zu essen, führt nicht sofort zu Krebs. Die Menge macht das Gift – es geht um die langfristige Aufnahme über Jahre hinweg. Dennoch ist es eine einfache und effektive Vorsorgemaßnahme, auf die Bräunung seines Frühstückstoasts zu achten.