Seit wann gibt es die Sechser-Verpackung für Bier?

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Die Geschichte der Sechser-Verpackung (des „Sixpacks“) für Bier begann in den USA, und zwar kurz nach dem Ende der Prohibition (1933).

Hier sind die wichtigsten Meilensteine:

1. Die Vorreiterrolle von Coca-Cola (1923)

Obwohl wir heute meist an Bier denken, war es die Coca-Cola Company, die bereits 1923 den Sechser-Karton für ihre Glasflaschen einführte. Die Idee war, den Kunden den Transport nach Hause zu erleichtern, da sich das Konsumverhalten weg vom Ausschank (Soda Fountains) hin zum Heimkonsum verlagerte.

2. Der Durchbruch beim Bier (1940er Jahre)

Für Bier wurde das Format erst später Standard. Als entscheidender Zeitpunkt gilt das Jahr 1944.

  • Pabst Brewing Company: Die Brauerei aus Milwaukee (Pabst Blue Ribbon) beansprucht für sich, die Sechser-Verpackung für Bier im Jahr 1944 landesweit populär gemacht zu haben.
  • Der Grund: Nach der Prohibition und mit der zunehmenden Verbreitung von Kühlschränken in Privathaushalten kauften die Menschen ihr Bier immer öfter im Supermarkt statt in der Kneipe.

3. Warum genau sechs Flaschen?

Es gibt eine interessante (wenn auch teilweise umstrittene) Theorie für die Zahl Sechs: Marktforschungen aus den 1940er Jahren ergaben angeblich, dass sechs Bierflaschen das Maximalgewicht waren, das eine durchschnittliche Hausfrau damals bequem mit einer Hand tragen konnte, ohne dass der Pappkarton riss oder es zu schwer wurde. Da Frauen damals den Großteil der Lebensmitteleinkäufe erledigten, passten die Brauereien die Verpackung an diese Zielgruppe an.

4. Einzug in Deutschland

In Deutschland dauerte es deutlich länger. Bis weit in die 1960er und 70er Jahre hinein war in Westdeutschland die Bierkiste (meist 20 oder 24 Flaschen) das Standardmaß. Der Sechserpack setzte sich erst mit der Zunahme von Discountern und Supermärkten in den 1970er und 1980er Jahren flächendeckend durch, als kleinere Haushalte und der schnelle „Feierabend-Einkauf“ wichtiger wurden.

Zusammenfassend:

  • Erfunden (für Limonade): 1923 (Coca-Cola)
  • Eingeführt für Bier: Mitte der 1940er Jahre (USA, Pabst Brewing)
  • Standard in Deutschland: Ab den 1970er/80er Jahren.