Können zu fest sitzende Haargummis dauerhaften Haarausfall begünstigen?

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Ja, zu fest sitzende Haargummis können tatsächlich zu dauerhaftem Haarausfall führen. Dieses Phänomen wird in der Medizin als Traktionsalopezie bezeichnet.

Hier ist die Erklärung, wie es dazu kommt und worauf du achten solltest:

1. Was ist Traktionsalopezie?

Traktionsalopezie entsteht durch mechanischen Zug, der über einen langen Zeitraum auf die Haarwurzeln ausgeübt wird. Wenn Haare ständig straff zurückgebunden werden (z. B. bei einem strengen Pferdeschwanz, Dutt oder eng geflochtenen Zöpfen), werden die Haarfollikel (die "Produktionsstätten" der Haare) unter Stress gesetzt.

2. Der Weg zum dauerhaften Verlust

  • Anfangsphase: Zuerst bemerkt man oft kleine Pickelchen am Haaransatz, Rötungen oder ein Spannungsgefühl auf der Kopfhaut. Das Haar wird an den belasteten Stellen dünner.
  • Fortgeschrittene Phase: Wenn der Zug nicht nachlässt, entzündet sich der Haarfollikel chronisch.
  • Dauerhafter Verlust: Durch die ständige Belastung und Entzündung vernarbt der Follikel. Sobald ein Haarfollikel vernarbt ist, kann er kein neues Haar mehr produzieren. An diesen Stellen wächst dann dauerhaft kein Haar mehr nach.

3. Wo tritt der Haarausfall meistens auf?

Meistens zeigt sich dieser Haarausfall dort, wo die Spannung am größten ist:

  • Am Haaransatz (Stirn und Schläfen).
  • Hinter den Ohren.
  • Direkt an der Stelle, an der das Haargummi sitzt (durch zusätzlichen Haarbruch).

4. Was begünstigt den Schaden zusätzlich?

  • Metallverschlüsse: Haargummis mit Metallteilen schneiden in die Haarstruktur ein und verursachen Haarbruch.
  • Nasse Haare: Haare sind im nassen Zustand deutlich elastischer und empfindlicher. Werden sie nass streng zusammengebunden, ziehen sie sich beim Trocknen zusammen, was die Spannung auf die Wurzel massiv erhöht.
  • Immer dieselbe Stelle: Wer den Zopf immer auf der gleichen Höhe trägt, belastet die immergleichen Haarfollikel.

Tipps zur Vermeidung:

  1. Locker lassen: Trage Frisuren öfter locker („Messy Bun“ statt strenger Ballerina-Dutt).
  2. Abwechslung: Variiere die Höhe des Zopfes oder trage die Haare zwischendurch offen.
  3. Sanfte Haargummis: Nutze sogenannte Scrunchies (Stoff-Haargummis) oder spiralförmige Gummis (z. B. Invisibobble). Diese verteilen den Druck besser und haben keine scharfen Kanten.
  4. Nachts offen lassen: Verzichte beim Schlafen auf feste Zöpfe, damit sich Kopfhaut und Haarwurzeln regenerieren können.
  5. Nicht im nassen Zustand: Binde deine Haare erst zusammen, wenn sie vollständig getrocknet sind.

Fazit: Solange die Haarwurzeln nur gereizt sind, wachsen die Haare nach, wenn man die Belastung stoppt. Wenn man jedoch jahrelang sehr feste Frisuren trägt, riskierst du kahle Stellen, die irreversibel sind.

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