Können sich die Befestigungsschrauben eines Dachträgers durch Vibrationen während der Fahrt lockern?
Ja, das ist absolut möglich und sogar ein bekanntes Phänomen.
Es ist einer der Hauptgründe, warum Hersteller von Dachträgern in ihren Bedienungsanleitungen ausdrücklich darauf hinweisen, die Schrauben regelmäßig zu kontrollieren.
Hier sind die Gründe, warum sich die Befestigung lockern kann:
1. Vibrationen und Schwingungen
Während der Fahrt entstehen durch Unebenheiten in der Fahrbahn permanente Vibrationen. Zusätzlich sorgt der Fahrtwind für aerodynamische Schwingungen (ähnlich wie bei einer Stimmgabel). Diese mikroskopischen Bewegungen können dazu führen, dass sich das Gewinde der Schrauben Stück für Stück "losrüttelt".
2. Das sogenannte „Setzverhalten“
Zwischen dem Metall des Dachträgers und dem Fahrzeugdach befinden sich meist Gummi- oder Kunststoffunterlagen, um den Lack zu schützen. Dieses Material gibt unter Druck mit der Zeit etwas nach oder wird durch Temperaturschwankungen weicher. Wenn das Material nachgibt (sich „setzt“), verliert die Schraube ihre ursprüngliche Vorspannung und sitzt locker, selbst wenn sie sich gar nicht gedreht hat.
3. Thermische Einflüsse
Materialien dehnen sich bei Hitze (Sonneneinstrahlung) aus und ziehen sich bei Kälte zusammen. Da Dachträger, Schrauben und das Autodach oft aus unterschiedlichen Materialien bestehen (Aluminium, Stahl, Kunststoff), arbeiten diese unterschiedlich stark. Dies kann die Festigkeit der Verbindung beeinflussen.
4. Windlast und Hebelwirkung
Ein beladener Dachträger (z. B. mit Dachbox oder Fahrrädern) bietet dem Wind eine große Angriffsfläche. Bei hohen Geschwindigkeiten oder starkem Bremsen wirken enorme Hebelkräfte auf die Befestigungspunkte, die an den Schrauben zerren.
Wichtige Sicherheitstipps:
- Die 50-Kilometer-Regel: Fast alle Hersteller empfehlen, die Schrauben nach etwa 50 Kilometern Fahrt einmalig nachzuziehen. In dieser ersten Phase tritt das meiste „Setzverhalten“ auf.
- Regelmäßige Kontrolle: Bei langen Urlaubsfahrten sollten Sie bei jedem Tankstopp oder jeder längeren Pause kurz prüfen, ob der Träger noch fest sitzt (einfach kräftig am Träger rütteln).
- Drehmoment beachten: „Viel hilft viel“ gilt hier nicht. Werden Schrauben zu fest angezogen, können das Gewinde oder die Haltepunkte am Fahrzeug beschädigt werden. Nutzen Sie (falls vorhanden) den mitgelieferten Drehmomentschlüssel des Herstellers.
- Sauberkeit: Achten Sie darauf, dass die Kontaktstellen am Autodach beim Montieren sauber und fettfrei sind. Schmutz zwischen Gummi und Lack wirkt wie ein Gleitmittel und fördert das Lockern.
Fazit: Verlassen Sie sich niemals darauf, dass die Schrauben so fest bleiben, wie Sie sie am Anfang angezogen haben. Ein kurzer Check verhindert im schlimmsten Fall schwere Unfälle.