Können aggressive Inhaltsstoffe im Scheibenwischwasser den Fahrzeuglack oder Kunststoffteile beschädigen?
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Ja, aggressive Inhaltsstoffe im Scheibenwischwasser können durchaus Schäden am Fahrzeug verursachen.
Obwohl moderne Autolacke und Kunststoffe robust sind, können minderwertige Produkte oder eine falsche Anwendung (z. B. eine zu hohe Konzentration) zu Problemen führen.
Hier sind die Details dazu, welche Teile gefährdet sind und warum:
1. Schäden an Kunststoffteilen (insbesondere Scheinwerfer)
Dies ist das größte Risiko. Moderne Scheinwerfergläser bestehen meist aus Polycarbonat.
- Spannungsrisse: Aggressive Alkohole oder Lösungsmittel in billigem Frostschutz können den Kunststoff angreifen. Es entstehen winzige Haarrisse (Spannungsrisse), die das Glas mit der Zeit trüb oder blind machen. Das beeinträchtigt die Lichtausbeute und kann dazu führen, dass das Fahrzeug die TÜV-Prüfung nicht besteht.
- Trübung: Auch ungeeignete Reinigungsmittel können die UV-Schutzschicht der Scheinwerfer ablösen, wodurch sie gelblich verfärben.
2. Auswirkungen auf den Fahrzeuglack
Der Klarlack schützt die Farbschicht, ist aber nicht völlig immun gegen Chemie.
- Auslaugen und Flecken: Starke Tenside oder ungeeignete Alkohole können Wachsschichten oder Versiegelungen vom Lack abtragen. Wenn das Wischwasser in der prallen Sonne auf dem Lack trocknet, können hässliche Flecken oder Ränder entstehen, die sich oft nur durch Polieren entfernen lassen.
- Spiritus als Hausmittel: Davon ist dringend abzuraten. Reiner Spiritus ist sehr aggressiv und greift die Lackoberfläche sowie Kunststoffteile massiv an.
3. Gummidichtungen und Wischerblätter
- Versprödung: Aggressive Reiniger entziehen dem Gummi der Scheibendichtungen und der Wischerblätter die Weichmacher. Die Folge: Die Gummis werden hart, spröde und rissig. Das führt zu undichten Stellen oder dazu, dass die Scheibenwischer schmieren und quietschen.
4. Verstopfungsgefahr (Fächerdüsen)
- Flockenbildung: Wenn man Sommer- und Winterreiniger wahllos mischt, kann es zu einer chemischen Reaktion kommen. Die Flüssigkeit „verflockt“ und verstopft die feinen Kanäle der Fächerdüsen oder die Pumpe.
- Kalk: Die Verwendung von extrem hartem Leitungswasser in Kombination mit billigem Konzentrat kann Kalkablagerungen in den Düsen begünstigen.
Wie Sie Schäden vermeiden können:
- Markenprodukte verwenden: Hochwertige Reiniger (z. B. von Sonax, Dr. Wack, etc.) sind explizit auf ihre Verträglichkeit mit Lack, Gummi und Polycarbonat-Scheinwerfern getestet. Achten Sie auf Hinweise wie „fächerdüsengeeignet“ und „polycarbonatverträglich“.
- Mischverhältnis beachten: Viel hilft nicht viel. Halten Sie sich bei Konzentraten strikt an die Angaben auf der Flasche. Eine Überdosierung erhöht die Aggressivität unnötig.
- Sommer- und Winterreiniger trennen:
- Winterreiniger enthalten Frostschutz (Alkohole), um das Einfrieren zu verhindern.
- Sommerreiniger sind auf die Entfernung von Insektenresten (Eiweißlöser) spezialisiert.
- Leeren Sie den Tank im Idealfall weitgehend, bevor Sie die Saisonflüssigkeit wechseln.
- Keine Haushaltsreiniger nutzen: Spülmittel oder Glasreiniger für den Haushalt haben im Auto nichts zu suchen, da sie Lacke angreifen oder Rückstände in den Leitungen hinterlassen können.
- Nachspülen: Wenn Sie Konzentrat versehentlich auf den Lack schütten, spülen Sie es einfach sofort mit klarem Wasser ab.
Fazit: Aggressives Wischwasser ist vor allem für die Scheinwerfergläser gefährlich. Wer zu billigen Produkten greift, spart oft am falschen Ende, da neue Scheinwerfer deutlich teurer sind als ein hochwertiger Scheibenreiniger.