Ist eine Überdosierung von Vitamin C möglich und welche Folgen hat sie?
Ja, eine Überdosierung von Vitamin C (Ascorbinsäure) ist möglich, allerdings ist sie in der Regel nicht lebensbedrohlich. Da Vitamin C wasserlöslich ist, scheidet der Körper überschüssige Mengen, die er nicht verwerten kann, normalerweise über den Urin wieder aus.
Problematisch wird es meist erst, wenn über längere Zeit sehr hohe Dosen (meist in Form von Nahrungsergänzungsmitteln) eingenommen werden.
Hier sind die Details zu den Folgen und Risiken:
1. Kurzfristige Folgen (Magen-Darm-Beschwerden)
Die häufigsten Nebenwirkungen einer Überdosierung (meist ab etwa 2.000 mg pro Tag) betreffen den Verdauungstrakt:
- Durchfall: Dies ist das häufigste Anzeichen. Das nicht aufgenommene Vitamin C bindet im Darm Wasser (osmotischer Effekt).
- Übelkeit
- Bauchkrämpfe und Blähungen
2. Langfristige Folgen und Risiken
- Nierensteine: Dies ist das ernsthafteste Risiko. Ein Teil des Vitamin C wird im Körper zu Oxalsäure abgebaut. Diese wird über die Nieren ausgeschieden. Bei sehr hohen Dosen steigt die Oxalatkonzentration im Urin an, was zusammen mit Kalzium die Bildung von Nierensteinen (Kalziumoxalatsteine) fördern kann. Besonders gefährdet sind Menschen, die bereits zu Nierensteinen neigen oder eine Nierenerkrankung haben.
- Erhöhte Eisenaufnahme: Vitamin C verbessert die Aufnahme von Eisen aus pflanzlichen Lebensmitteln. Bei gesunden Menschen ist das meist positiv. Menschen mit der Eisenspeicherkrankheit (Hämochromatose) können jedoch durch zu viel Vitamin C eine gefährliche Eisenüberladung in den Organen erleiden.
- Verfälschung von Laborwerten: Sehr hohe Dosen Vitamin C können Labortests beeinflussen, zum Beispiel den Test auf Zucker im Urin (bei Diabetikern) oder den Test auf Blut im Stuhl (Okkultblut-Test), was zu falschen Ergebnissen führen kann.
Wie viel ist zu viel?
- Empfehlung: Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt für Erwachsene etwa 95 bis 110 mg Vitamin C pro Tag.
- Tolerierbare Höchstmenge: Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfiehlt, über Nahrungsergänzungsmittel nicht mehr als 250 mg zusätzlich pro Tag aufzunehmen.
- Grenzwert: Die EFSA (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) sieht bis zu 1.000 mg pro Tag als in der Regel sicher an. Symptome treten meist erst ab Dosen von 2.000 mg (2 Gramm) täglich auf.
Kann man sich durch normales Essen überdosieren?
Es ist nahezu unmöglich, eine Überdosierung allein durch natürliche Lebensmittel (Obst und Gemüse) zu erreichen. Die Mengen in einer normalen Ernährung sind zu gering, um die oben genannten Nebenwirkungen auszulösen. Gefährlich sind fast ausschließlich hochdosierte Präparate (Pulver, Brausetabletten).
Fazit: Wenn Sie keine Nierenprobleme haben, ist eine gelegentliche höhere Dosis meist harmlos. Von einer dauerhaften Einnahme von "Megadosen" (über 1.000 mg) ist jedoch ohne ärztlichen Rat abzuraten.