Ist die regelmäßige Nutzung von Selbstbräunern gesundheitlich unbedenklich?

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Die kurze Antwort lautet: Ja, die regelmäßige Nutzung von Selbstbräunern gilt als wesentlich sicherer als UV-Strahlung (Sonne oder Solarium). Dennoch gibt es einige gesundheitliche Aspekte und Anwendungsregeln, die man kennen sollte.

Hier sind die wichtigsten Punkte im Detail:

1. Der Wirkstoff DHA (Dihydroxyaceton)

Der Hauptwirkstoff in fast allen Selbstbräunern ist DHA. Dabei handelt es sich um einen Zuckerstoff, der mit den Proteinen und Aminosäuren in der obersten Hornschicht der Haut reagiert (die sogenannte Maillard-Reaktion). Dadurch färbt sich die Haut braun. Da diese Reaktion nur in der obersten, "toten" Hautschicht stattfindet, gelangt der Stoff normalerweise nicht in tiefere lebende Gewebeschichten.

2. Das Problem mit Formaldehyd (Lagerung ist wichtig!)

Das größte gesundheitliche Risiko bei Selbstbräunern ist nicht das DHA selbst, sondern dessen Zerfallsprodukt: Formaldehyd.

  • Wie es entsteht: Wenn Selbstbräuner zu lange gelagert werden oder großer Hitze ausgesetzt sind, kann sich das DHA zersetzen und Formaldehyd freisetzen. Formaldehyd gilt als krebserregend und kann Allergien auslösen.
  • Empfehlung: Selbstbräuner sollten kühl und dunkel (am besten im Kühlschrank) gelagert und nach Anbruch innerhalb von ca. 6 Monaten verbraucht werden. Riecht das Produkt stechend oder unangenehm, sollte es entsorgt werden.

3. Gefahr beim Einatmen (Sprays)

Die US-Gesundheitsbehörde FDA und auch europäische Experten warnen davor, Selbstbräuner-Sprays einzuatmen. Während DHA auf der Hautoberfläche harmlos ist, ist die Wirkung auf Schleimhäute (Lunge, Nase, Augen) nicht ausreichend erforscht und könnte potenziell zellschädigend sein.

  • Empfehlung: Nutzen Sie lieber Lotionen oder Mousses. Wenn Sie Sprays verwenden, achten Sie auf eine gute Belüftung und halten Sie die Luft an bzw. schützen Sie Mund und Augen.

4. Erhöhte Lichtempfindlichkeit (UV-Schutz)

Ein häufiger Irrtum ist, dass die künstliche Bräune die Haut vor Sonnenbrand schützt. Das Gegenteil ist der Fall:

  • Untersuchungen zeigen, dass die Haut in den ersten 24 Stunden nach dem Auftragen von Selbstbräuner empfindlicher gegenüber UV-Strahlen ist. Es entstehen unter Sonneneinstrahlung vermehrt freie Radikale, die die Hautalterung beschleunigen können.
  • Empfehlung: Nach dem Auftragen von Selbstbräuner in der Sonne unbedingt einen hohen Lichtschutzfaktor (Sonnencreme) verwenden.

5. Alternative: Erythrulose

Manche Produkte verwenden statt oder zusätzlich zu DHA den Wirkstoff Erythrulose. Dies ist ebenfalls ein Zucker, der aber stabiler ist und die Haut langsamer, dafür aber oft gleichmäßiger bräunt. Er gilt als weniger anfällig für die Freisetzung von Formaldehyd.

6. Kontaktallergien

Wie bei jedem Kosmetikprodukt können Duftstoffe, Konservierungsmittel oder das DHA selbst Kontaktallergien auslösen. Menschen mit Neurodermitis oder sehr empfindlicher Haut sollten das Produkt erst an einer kleinen Stelle testen.


Fazit: Wie nutzt man Selbstbräuner am gesündesten?

  1. Nicht horten: Kaufen Sie kleine Packungen und verbrauchen Sie diese zügig.
  2. Kühl lagern: Das Badezimmer ist oft zu warm; der Kühlschrank ist der bessere Ort.
  3. Creme statt Spray: Vermeiden Sie das Einatmen von Sprühnebel.
  4. Sonnenschutz nicht vergessen: Die künstliche Bräune ist kein Schutzschild gegen UV-Strahlen.
  5. Achten Sie auf Inhaltsstoffe: Naturkosmetik-Selbstbräuner nutzen oft sicherere Konservierungsstoffe, basieren aber meist auch auf DHA oder Erythrulose.

Zusammenfassend: Im Vergleich zur Hautalterung und dem Hautkrebsrisiko durch UV-Strahlung ist ein korrekt gelagerter und angewendeter Selbstbräuner gesundheitlich unbedenklich.