Wie verhindert man das Runddrehen des Schraubenkopfes bei der Nutzung eines Inbusschlüssels?

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Das „Runddrehen“ eines Inbuskopfes (Innensechskant) ist ärgerlich, lässt sich aber mit der richtigen Vorbereitung und Technik fast immer vermeiden. Hier sind die wichtigsten Tipps, unterteilt in Werkzeug, Vorbereitung und Technik:

1. Das richtige Werkzeug wählen

  • Qualität statt Billigware: Hochwertige Inbusschlüssel (z. B. von Wera, Wiha oder Hazet) haben engere Toleranzen. Billige Schlüssel sind oft einen Bruchteil eines Millimeters zu klein oder aus zu weichem Stahl, was das Durchrutschen begünstigt.
  • Metrisch vs. Zoll: Vergewissere dich, ob die Schraube metrisch (mm) oder zöllig (Inch) ist. Ein 5-mm-Schlüssel passt fast in eine 3/16-Zoll-Schraube (4,76 mm), hat aber zu viel Spiel und wird den Kopf sofort ruinieren.
  • Verschleiß prüfen: Wenn die Kanten des Inbusschlüssels bereits abgerundet sind, wirf ihn weg oder schleife das vorderste Stück mit einem Winkelschleifer plan ab, um wieder scharfe Kanten zu erhalten.

2. Vorbereitung der Schraube

  • Reinigung der Aufnahme: Das ist der häufigste Fehler. Wenn Dreck, Fett oder Lack im Innensechskant sind, kann der Schlüssel nicht tief genug eindringen. Kratze die Aufnahme mit einer Nadel oder einem kleinen Schraubendreher sauber.
  • Vollständiges Einstecken: Der Schlüssel muss bis zum Anschlag im Kopf sitzen. Klopfe eventuell vorsichtig mit einem Hammer auf den Schlüssel, um sicherzustellen, dass er ganz unten sitzt.
  • Rostlöser: Bei festgerosteten Schrauben wirkt Kriechöl (z. B. WD-40, Caramba) Wunder. Lass es mindestens 15–30 Minuten einwirken.

3. Die richtige Technik

  • Druck von oben: Übe beim Drehen starken axialen Druck auf den Kopf der Schraube aus. Drücke den Schlüssel in die Schraube hinein, während du drehst.
  • Senkrecht ansetzen: Halte den Schlüssel exakt im 90-Grad-Winkel zur Schraube. Sobald du verkantest, verringert sich die Auflagefläche und die Kraft konzentriert sich nur auf die oberen Kanten.
  • Der "Prellschlag": Wenn eine Schraube extrem fest sitzt, stecke den Schlüssel ein und gib ihm oben einen kurzen, trockenen Schlag mit dem Hammer. Das löst oft die Verspannung im Gewinde (die sogenannte Kaltverschweißung).
  • Kein Kugelkopf für hohes Drehmoment: Inbusschlüssel mit Kugelkopf sind super für schwer zugängliche Stellen, aber sie übertragen die Kraft nur auf winzigen Punkten. Nutze zum Lösen oder Festziehen immer die kurze, gerade Seite des Schlüssels.

4. Profi-Tricks bei Problemfällen

  • Schraubengrip-Paste: Es gibt spezielle Pasten (z. B. "Schraubendoktor"), die winzige Diamant- oder Hartmetallpartikel enthalten. Sie erhöhen die Reibung zwischen Schlüssel und Schraube massiv.
  • Wärme: Wenn die Schraube mit Schraubensicherung (z. B. Loctite) gesichert ist, hilft ein Heißluftföhn oder ein kleiner Gasbrenner. Die Hitze verflüssigt den Kleber.

Was tun, wenn es schon fast zu spät ist?

Wenn der Kopf schon leicht beschädigt ist:

  1. Gummiband-Trick: Lege ein breites Gummiband über den Inbuskopf und drücke den Schlüssel hindurch. Das Gummi füllt die Lücken und erhöht den Grip.
  2. Torx-Trick: Schlage vorsichtig einen leicht größeren Torx-Bit in den rundgedrehten Innensechskant. Die Zacken des Torx fressen sich in das Material und ermöglichen oft das Herausdrehen.

Zusammenfassend: Sauberkeit in der Schraube und ein hochwertiger, fest sitzender Schlüssel sind die halbe Miete!