Ist die Beschichtung von Backpapier gesundheitlich unbedenklich?
Die kurze Antwort lautet: Ja, herkömmliches Backpapier gilt als gesundheitlich unbedenklich, sofern es korrekt verwendet wird.
Es gibt jedoch einige Details zur Beschichtung und zur Anwendung, die man kennen sollte, um Risiken zu minimieren. Hier ist die genauere Analyse:
1. Woraus besteht die Beschichtung?
Die meisten heute im Handel erhältlichen Backpapiere sind mit Silikon beschichtet.
- Silikon: Es sorgt dafür, dass nichts kleben bleibt und ist extrem hitzebeständig. Es gilt als inert, das heißt, es reagiert nicht mit den Lebensmitteln und gibt unter normalen Bedingungen keine schädlichen Stoffe ab.
- Früher (Quilon): Früher wurde oft eine Beschichtung namens Quilon verwendet, die Salze des Schwermetalls Chrom enthielt. Diese findet man heute im Privathaushalt kaum noch, sie ist weitgehend durch Silikon ersetzt worden.
2. Die kritische Grenze: Die Temperatur
Das größte Risiko bei Backpapier ist nicht die Beschichtung selbst, sondern eine Überhitzung.
- Maximaltemperatur: Die meisten Hersteller geben eine Höchsttemperatur von 220 °C (manchmal auch nur 200 °C) an.
- Was passiert bei Überhitzung? Wenn das Papier zu heiß wird, beginnt das Silikon sich zu zersetzen. Das Papier wird braun und brüchig. Dabei können Stoffe in das Lebensmittel übergehen oder Dämpfe entstehen.
- Wichtig: Backpapier darf niemals direkt mit den Heizstäben im Ofen oder den Wänden in Berührung kommen, da dort deutlich höhere Temperaturen herrschen.
3. Was ist mit PFAS (Ewigkeitschemikalien)?
In der Vergangenheit gab es Bedenken, ob Backpapiere mit PFAS (per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen) beschichtet sind, ähnlich wie manche Teflonpfannen.
- Entwarnung für Backpapier: Die meisten gängigen Backpapiere in Europa sind laut Herstellern und Untersuchungen von Verbraucherschutzorganisationen PFAS-frei, da Silikon die günstigere und effektivere Alternative für diesen Zweck ist.
4. Braun vs. Weiß (Gebleicht vs. Ungebleicht)
- Braunes Backpapier ist ungebleicht und gilt als etwas umweltfreundlicher.
- Weißes Backpapier wird meist mit Sauerstoff gebleicht. Die früher übliche Chlorbleiche, die Dioxine hinterlassen konnte, ist heute in der EU bei Backpapier nicht mehr gebräuchlich. Gesundheitlich macht es also kaum einen Unterschied, welches Sie wählen.
Tipps für eine sichere Verwendung:
- Temperatur beachten: Schauen Sie auf die Packung (meist max. 220 °C). Nutzen Sie bei höheren Temperaturen (z.B. für Pizza) lieber ein Backblech ohne Papier oder einen Pizzastein.
- Kein Vorheizen: Legen Sie das Backpapier erst in den Ofen, wenn Sie auch das Backgut darauf platzieren, damit es nicht leer im heißen Ofen liegt und zu schnell altert.
- Passgenauigkeit: Schneiden Sie das Papier so zu, dass es nicht über den Rand des Blechs hinausragt und die Ofenwände berührt.
- Nicht wiederverwenden, wenn es brüchig ist: Einmaliges oder zweimaliges Benutzen ist meist okay, aber sobald das Papier dunkelbraun oder brüchig wird, sollte es entsorgt werden.
Alternativen
Wenn Sie komplett auf Beschichtungen verzichten wollen, gibt es diese Möglichkeiten:
- Klassisch einfetten: Das Blech mit Butter oder Öl einfetten und ggf. mit Mehl oder Semmelbröseln bestreuen.
- Dauerbackmatten aus Silikon: Diese sind dicker und für viele hundert Anwendungen ausgelegt (auch hier die Temperaturangaben beachten!).
- Glas- oder Keramikformen: Diese benötigen oft gar kein oder nur wenig Fett.
Fazit: Bei sachgemäßer Anwendung (unter 220 °C) besteht kein Grund zur Sorge. Silikonbeschichtetes Backpapier ist ein sicheres Küchenhilfsmittel.