Ist der natürliche Jodgehalt in Meersalz ausreichend für die Kropfprävention?

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Die kurze Antwort lautet: Nein, der natürliche Jodgehalt in Meersalz reicht für die Kropfprävention nicht aus.

Hier sind die detaillierten Gründe und Fakten dazu:

1. Der Jodgehalt im Vergleich

Obwohl Meerwasser reich an Jod ist, geht der Großteil dieses Jods beim Kristallisationsprozess der Salzgewinnung verloren.

  • Natürliches Meersalz: Enthält in der Regel nur etwa 0,1 bis maximal 2 Milligramm Jod pro Kilogramm.
  • Jodiertes Speisesalz: In Deutschland wird Speisesalz künstlich mit Jod angereichert und enthält zwischen 15 und 25 Milligramm Jod pro Kilogramm.

Das bedeutet: Jodiertes Speisesalz enthält etwa das 10- bis 20-fache an Jod im Vergleich zu natürlichem Meersalz.

2. Der tägliche Bedarf

Ein Erwachsener benötigt laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) etwa 180 bis 200 Mikrogramm (µg) Jod pro Tag.

  • Wenn man die empfohlene Höchstmenge von 5 Gramm Salz pro Tag zu sich nimmt, würde man über natürliches Meersalz nur ca. 0,5 bis 10 µg Jod aufnehmen. Das deckt weniger als 5 % des Tagesbedarfs.
  • Über jodiertes Speisesalz würde man bei 5 Gramm Salz hingegen ca. 100 µg Jod aufnehmen, was bereits die Hälfte des Tagesbedarfs deckt.

3. Warum reicht das Jod im Meersalz nicht?

Um den Jodbedarf allein durch natürliches Meersalz zu decken, müsste man täglich Unmengen an Salz konsumieren (teilweise über 100 Gramm), was aufgrund des Natriumgehalts extrem gesundheitsschädlich wäre (Bluthochdruck, Nierenschäden).

4. Was ist mit "Meersalz mit Jodzusatz"?

Es gibt im Handel Meersalz, auf dem groß "Jodiert" steht. Diesem Salz wurde – genau wie herkömmlichem Siedesalz – nach der Reinigung künstlich Kaliumjodat zugesetzt. Dieses Salz ist zur Kropfprävention geeignet, aber eben nicht wegen seines natürlichen Gehalts, sondern wegen des Zusatzes.

5. Andere natürliche Jodquellen

Wenn Sie kein künstlich jodiertes Salz verwenden möchten, müssen Sie Ihren Bedarf über andere Lebensmittel decken:

  • Seefisch: (z. B. Seelachs, Scholle, Kabeljau) ist die beste natürliche Jodquelle.
  • Algen: (z. B. Nori, Wakame) enthalten sehr viel Jod, hier ist jedoch Vorsicht geboten, da der Gehalt oft schwankt und extrem hoch sein kann (Gefahr der Überdosierung).
  • Milchprodukte: Da dem Tierfutter in der Landwirtschaft oft Jod zugesetzt wird, sind Milch und Eier heute wichtige Jodquellen.

Fazit

Wer ausschließlich auf die natürliche Jodmenge in unjodiertem Meersalz (oder auch Himalayasalz) vertraut, geht ein hohes Risiko für einen Jodmangel ein. Ein Jodmangel ist die Hauptursache für die Entstehung eines Kropfes (Struma) und Schilddrüsenknoten. Für eine sichere Prävention ist entweder jodiertes Salz oder ein sehr gezielter Verzehr von Seefisch notwendig.

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