In welchen Zeitabständen sollte ein Lasuranstrich im Außenbereich erneuert werden?

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Wie oft ein Lasuranstrich im Außenbereich erneuert werden muss, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Es gibt keine pauschale Antwort, aber man kann sich an folgenden Richtwerten orientieren:

1. Art der Lasur (Wichtigster Faktor)

  • Dünnschichtlasur: Diese dringt tief in das Holz ein und bildet kaum einen Film an der Oberfläche. Sie blättert nicht ab, sondern wittert allmählich ab (sie „verhungert“).
    • Intervall: ca. alle 2 bis 4 Jahre.
  • Mittelschichtlasur: Ein Kompromiss aus Eindringtiefe und Schutzfilm.
    • Intervall: ca. alle 3 bis 5 Jahre.
  • Dickschichtlasur: Sie bildet eine lackähnliche Schicht auf der Oberfläche und wird meist für maßhaltige Bauteile (Fenster, Türen) verwendet.
    • Intervall: ca. alle 4 bis 7 Jahre. (Wenn sie jedoch einmal reißt oder abblättert, muss sie sofort saniert werden, um Holzfäule zu vermeiden).

2. Die Himmelsrichtung und Exposition

  • Wetterseite (West/Südwest): Hier peitscht der Regen gegen das Holz und die Sonne trocknet es extrem aus. Hier kann ein Neuanstrich schon nach 2–3 Jahren nötig sein.
  • Südseite: Hohe UV-Belastung lässt die Farbpigmente schneller verblassen.
  • Nordseite: Hier bleibt das Holz lange feucht, was zu Algen- und Moosbildung führen kann.
  • Geschützte Bereiche: Holz unter großen Dachüberständen oder in überdachten Bereichen hält oft 10 Jahre oder länger.

3. Holzart

  • Weichhölzer (Kiefer, Fichte): Diese sind weniger widerstandsfähig und benötigen häufigere Pflege.
  • Harthölzer oder inhaltsstoffreiche Hölzer (Lärche, Douglasie, Eiche): Diese sind von Natur aus robuster, vergrauen aber ohne Lasur schnell.

Woran erkennen Sie, dass es Zeit für einen Neuanstrich ist?

Machen Sie den „Wassertest“: Spritzen Sie etwas Wasser auf das Holz.

  • Perlt das Wasser ab? Die Lasur ist noch intakt.
  • Saugt das Holz das Wasser auf (wird es dunkel)? Der Schutz ist nicht mehr gegeben, es muss gestrichen werden.

Weitere Anzeichen:

  • Die Oberfläche wirkt stumpf und spröde.
  • Die Farbe ist stark ausgeblichen oder das Holz wird grau.
  • Es zeigen sich feine Risse oder die Lasur blättert ab (bei Dickschicht).

Profi-Tipp für längere Intervalle:

  1. Qualität kaufen: Hochwertige Lasuren aus dem Fachhandel haben einen deutlich höheren UV-Schutz und Pigmentanteil als Billigprodukte.
  2. Farbe wählen: Farlose Lasuren bieten im Außenbereich fast keinen UV-Schutz und müssen oft jährlich erneuert werden. Je dunkler/pigmentierter die Lasur (z.B. Nussbaum, Eiche), desto länger hält der UV-Schutz.
  3. Regelmäßige Kontrolle: Einmal im Jahr (z.B. beim Frühjahrsputz) das Holz kurz kontrollieren. Kleine Schadstellen sofort ausbessern verhindert große Sanierungen.