In welchen Abständen muss ein Drehmomentschlüssel kalibriert werden, um Fehlmessungen zu vermeiden?

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Um Fehlmessungen zu vermeiden und die Genauigkeit eines Drehmomentschlüssels sicherzustellen, gibt es klare Richtlinien. Die Intervalle hängen dabei von der Nutzungshäufigkeit und den geltenden Normen ab.

Hier sind die wichtigsten Faustregeln und Vorgaben:

1. Die Standard-Regel (DIN EN ISO 6789)

Die internationale Norm DIN EN ISO 6789 empfiehlt eine Rekalibrierung nach folgenden Kriterien:

  • Nach 12 Monaten (einmal pro Jahr) oder
  • Nach ca. 5.000 Lastwechseln (Nutzungen).

Es gilt der Fall, der zuerst eintritt. Wenn Sie den Schlüssel also sehr intensiv nutzen und die 5.000 Klicks bereits nach drei Monaten erreichen, sollte er bereits dann kalibriert werden.

2. Kürzere Intervalle bei hoher Beanspruchung

In Industriebetrieben oder Werkstätten, in denen Drehmomentschlüssel im Mehrschichtbetrieb eingesetzt werden, sind deutlich kürzere Intervalle üblich:

  • Alle 3 bis 6 Monate, wenn das Werkzeug täglich hunderte Male benutzt wird.
  • Bei sicherheitskritischen Verschraubungen (z. B. Luftfahrt oder Radmontage bei Neufahrzeugen) schreiben interne Qualitätsmanagementsysteme oft strengere Zyklen vor.

3. Außerplanmäßige Kalibrierung

Ein Drehmomentschlüssel sollte sofort überprüft oder kalibriert werden, wenn:

  • er heruntergefallen ist (Stoßbelastung kann die Mechanik dejustieren).
  • er überlastet wurde (Einsatz über dem maximalen Nenndrehmoment).
  • er unsachgemäß gelagert wurde (z. B. unter Spannung liegen gelassen).
  • er repariert wurde.
  • Zweifel an der Messgenauigkeit bestehen.

4. Tipps zur Vermeidung von Fehlmessungen (Wartung)

Damit der Schlüssel zwischen den Kalibrierungen präzise bleibt, sollten Sie folgendes beachten:

  • Entspannen nach Gebrauch: Mechanische Drehmomentschlüssel (mit Federdruck) sollten nach der Arbeit immer auf den kleinsten einstellbaren Wert zurückgedreht werden. Bleibt die Feder unter Spannung, „setzt“ sie sich mit der Zeit und die Federkennlinie verändert sich – der Schlüssel löst dann zu spät aus.
  • Nicht als Brechstange nutzen: Verwenden Sie den Drehmomentschlüssel niemals zum Lösen festgerosteter Schrauben, außer er ist explizit dafür freigegeben.
  • Gleichmäßiger Kraftzug: Ziehen Sie immer langsam und gleichmäßig, bis der Schlüssel auslöst. Ruckartiges Ziehen verfälscht das Ergebnis nach oben.
  • Nur am Griff anfassen: Die Kalibrierung bezieht sich auf den Hebelarm ab Griffmitte.

Zusammenfassung

Für den Hobbybereich reicht meist eine Prüfung alle 1 bis 2 Jahre aus, sofern der Schlüssel entspannt gelagert wird. Im professionellen Bereich ist das Intervall von 12 Monaten oder 5.000 Zyklen strikt einzuhalten, um ISO-zertifiziert zu bleiben und Haftungsrisiken zu minimieren.

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