Haben Hennen in Freilandhaltung das ganze Jahr über täglich Zugang zum Außengelände?

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Grundsätzlich lautet die Antwort: Ja, aber es gibt wichtige Ausnahmen.

Nach den gesetzlichen EU-Vorgaben für die Freilandhaltung müssen Hennen während des Tages uneingeschränkten Zugang zu einem Außengelände haben. Es gibt jedoch spezifische Situationen, in denen die Tiere im Stall bleiben müssen oder dürfen:

1. Behördliche Anordnungen (Stallpflicht / Vogelgrippe)

Dies ist der häufigste Grund für längere Phasen ohne Auslauf. Wenn die Gefahr der Geflügelpest (Vogelgrippe) besteht, ordnen Behörden eine sogenannte Aufstallungspflicht an. Die Hennen müssen dann zum Schutz vor Infektionen durch Wildvögel im Stall bleiben.

  • Wichtig für Verbraucher: Eier dürfen trotzdem noch eine Zeit lang (bis zu 16 Wochen nach Beginn der Stallpflicht) als „Freilandeier“ verkauft werden, damit die Landwirte durch die staatliche Anordnung nicht sofort ihre Vermarktungsgrundlage verlieren.

2. Witterungsbedingungen und Tierschutz

Der Landwirt darf den Zugang zum Freigelände vorübergehend einschränken, wenn:

  • Extreme Wetterlagen herrschen (z. B. starker Sturm, tiefer Schnee, extreme Kälte oder Hochwasser), die das Wohl der Tiere gefährden würden.
  • Der Boden durch Dauerregen so aufgeweicht ist, dass er Schaden nimmt oder die Hygiene (Keimbildung) nicht mehr gewährleistet werden kann.

3. Schutz in der Nacht

Nachts sind die Hennen grundsätzlich im Stall. Das dient ihrem Schutz vor Fressfeinden wie Füchsen oder Mardern und entspricht ihrem natürlichen Instinkt, bei Dunkelheit einen sicheren, erhöhten Schlafplatz aufzusuchen. Die Stalltüren (Auslaufklappen) werden meist bei Dämmerung geschlossen und morgens wieder geöffnet.

4. Aufzuchtphase

Junge Hennen kommen nicht am ersten Tag ins Freie. Sie müssen erst ein gewisses Alter erreichen, vollständig befiedert sein und sich an die Umgebung im Stall gewöhnen, bevor ihnen der Auslauf geöffnet wird.

Zusammenfassung der Anforderungen:

  • Platz: Jeder Henne müssen mindestens 4 Quadratmeter Außenfläche zur Verfügung stehen.
  • Dauer: Der Zugang muss während der gesamten Tageslichtstunden möglich sein.
  • Beschaffenheit: Der Auslauf muss größtenteils mit Vegetation (Gras) bewachsen sein und Unterschlupfmöglichkeiten (Bäume, Sträucher oder Unterstände) bieten, damit sich die Tiere vor Greifvögeln sicher fühlen.

Fazit: Im Normalfall verbringen Freilandhennen jeden Tag einige Stunden draußen. Nur bei extremer Witterung oder bei Seuchengefahr (Vogelgrippe) bleibt die Stalltür zu.

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