Gibt es Nebenwirkungen bei einem übermäßigen Konsum von Stilltee?

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Ja, auch bei Stilltee gilt das Sprichwort: „Die Dosis macht das Gift.“ Obwohl Stilltee eine hilfreiche Unterstützung beim Stillen sein kann, kann ein übermäßiger Konsum (mehr als 3–4 Tassen am Tag) sowohl bei der Mutter als auch beim Baby unerwünschte Nebenwirkungen hervorrufen.

Hier sind die häufigsten Nebenwirkungen und Risiken bei übermäßigem Konsum:

1. Probleme beim Baby (Blähungen und Unruhe)

Stilltee enthält meist Kräuter wie Fenchel, Anis und Kümmel. In moderaten Mengen wirken diese beruhigend auf die Verdauung. Trinkt die Mutter jedoch zu viel davon, können die ätherischen Öle über die Muttermilch auf das Baby übergehen und dort das Gegenteil bewirken:

  • Blähungen und Bauchschmerzen beim Säugling.
  • Unruhe oder Reizbarkeit.

2. Zu starke Milchproduktion (Milchstau)

Einige Inhaltsstoffe (wie Bockshornklee oder Geißraute) sind sehr wirksam bei der Anregung der Milchbildung. Wenn man zu viel davon trinkt, kann es zu einer Überproduktion kommen. Die Folgen können sein:

  • Milchstau: Die Brust wird nicht leer getrunken, verhärtet sich und schmerzt.
  • Brustentzündung (Mastitis): Ein unbehandelter Milchstau kann zu einer schmerzhaften Entzündung führen.

3. Estragol und Methyleugenol (BfR-Warnung)

Fenchel, Anis und Lemongras enthalten von Natur aus die Stoffe Estragol und Methyleugenol. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) rät zur Vorsicht, da diese Stoffe in sehr hohen Dosen in Tierversuchen als potenziell krebserregend und erbgutschädigend eingestuft wurden.

  • Empfehlung: Stilltee sollte nicht das Hauptgetränk sein, sondern gezielt als „Genussmittel“ oder Kur eingesetzt werden.

4. Spezielle Nebenwirkungen von Bockshornklee

Viele Stilltees enthalten Bockshornklee (Fenugreek). Bei Überdosierung kann dies führen zu:

  • Körpergeruch: Schweiß und Urin (auch beim Baby) können nach Ahornsirup oder Curry riechen.
  • Magen-Darm-Beschwerden: Durchfall oder weicher Stuhl.
  • Blutzuckerspiegel: Bockshornklee kann den Blutzuckerspiegel senken, was besonders für Diabetikerinnen relevant ist.

5. Allergische Reaktionen

Die typischen Kräuter im Stilltee gehören zur Familie der Doldenblütler. Menschen, die allergisch auf Beifuß, Sellerie oder Karotten reagieren, können auch auf Fenchel, Anis oder Kümmel allergisch reagieren (Hautreizungen, Atemwegsbeschwerden).

6. Gewöhnungseffekt

Wenn der Körper ständig mit milchbildenden Kräutern „gepusht“ wird, kann die Wirkung nachlassen. Es ist besser, den Tee phasenweise zu trinken (z. B. während eines Wachstumsschubs des Babys).


Wie viel Stilltee ist sicher?

Hebammen und Experten empfehlen in der Regel:

  • 2 bis 3 Tassen pro Tag sind völlig ausreichend.
  • Den restlichen Flüssigkeitsbedarf (ca. 2–3 Liter insgesamt) solltest du über stilles Wasser, Saftschorlen oder ungesüßte Früchtetees decken.

Tipp: Wenn du merkst, dass dein Baby nach dem Trinken von Stilltee besonders unruhig ist oder Blähungen bekommt, lass den Tee für ein paar Tage weg und beobachte, ob es besser wird. Oft ist reines Wasser die beste Wahl für die Milchbildung, da die Flüssigkeitszufuhr an sich entscheidender ist als die Kräuter.

Hinweis: Diese Informationen dienen der allgemeinen Aufklärung und ersetzen nicht die Beratung durch eine Hebamme oder einen Arzt.