Gibt es Hustensäfte, die für Diabetiker ungeeignet sind?

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Ja, es gibt tatsächlich viele Hustensäfte, die für Diabetiker ungeeignet oder zumindest problematisch sind.

Das Hauptproblem liegt in den Inhaltsstoffen, die den Blutzuckerspiegel direkt oder indirekt beeinflussen können. Hier sind die wichtigsten Punkte, auf die Diabetiker achten müssen:

1. Hoher Zuckergehalt

Klassische Hustensäfte bestehen oft zu einem großen Teil aus Zuckersirup, Saccharose (Haushaltszucker), Glukose oder Honig. Diese Stoffe dienen nicht nur dem Geschmack, sondern machen den Saft auch zähflüssig, damit er sich schützend über die Schleimhäute legt.

  • Problem: Diese Zuckerarten gehen schnell ins Blut und lassen den Blutzuckerspiegel rasch ansteigen.

2. Alkoholgehalt

Viele pflanzliche Hustensäfte (z. B. mit Efeu oder Thymian) enthalten Alkohol als Lösungsmittel für die Wirkstoffe.

  • Problem: Alkohol kann die körpereigene Glukoseproduktion in der Leber hemmen. Bei Diabetikern, die Insulin spritzen oder bestimmte Tabletten (Sulfonylharnstoffe) nehmen, erhöht dies das Risiko für eine Unterzuckerung (Hypoglykämie).

3. Sorbitol und andere Zuckeraustauschstoffe

Manche "zuckerfreien" Säfte enthalten Sorbitol oder andere Zuckeralkohole.

  • Hinweis: Diese müssen zwar oft nicht auf die Broteinheiten (BE) angerechnet werden, können aber bei empfindlichen Personen abführend wirken oder in großen Mengen dennoch den Blutzucker minimal beeinflussen.

Worauf sollten Diabetiker achten?

Wenn Sie Diabetiker sind und Hustensaft benötigen, sollten Sie folgende Tipps beachten:

  1. Gezielt nach "zuckerfrei" fragen: Es gibt von fast allen namhaften Herstellern (z. B. Mucosolvan, Prospan, Wick) spezielle Varianten, die zuckerfrei sind und mit Süßstoffen gesüßt werden.
  2. Broteinheiten (BE) prüfen: Auf der Packung oder im Beipackzettel steht oft ein Hinweis wie: "5 ml enthalten 0,03 BE" oder "Für Diabetiker geeignet". Säfte mit sehr niedrigen BE-Werten sind meist unbedenklich.
  3. Hustentropfen statt Saft: Tropfen enthalten in der Regel kaum oder gar keinen Zucker, da sie keine sirupartige Konsistenz benötigen. Aber Achtung: Tropfen haben oft einen höheren Alkoholgehalt.
  4. Tabletten oder Brausetabletten: Wirkstoffe wie ACC (Acetylcystein) oder Ambroxol gibt es als Tabletten. Diese enthalten meist keine relevanten Mengen an Kohlenhydraten.
  5. Hausmittel: Ein einfacher Thymian- oder Spitzwegerichtee (ungesüßt) ist für Diabetiker völlig unbedenklich.

Fazit

Vermeiden Sie klassische, klebrig-süße Hustensirupe ohne Diabetiker-Hinweis. Fragen Sie in der Apotheke gezielt nach einem zuckerfreien Präparat. Wenn Sie Ihren Blutzucker streng einstellen müssen, sollten Sie bei einer Infektion ohnehin öfter messen, da Krankheiten und Fieber den Blutzucker zusätzlich durcheinanderbringen können.

Hinweis: Diese Information dient der allgemeinen Aufklärung und ersetzt keine ärztliche Beratung oder das Gespräch mit einem Apotheker.

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