Sind Hustenbonbons aufgrund ihres Kohlenhydratanteils für Diabetiker problematisch?

Melden

Die Antwort lautet: Es kommt auf die Menge und die Art des Bonbons an.

Hustenbonbons können für Diabetiker tatsächlich eine versteckte Kohlenhydratquelle sein, die den Blutzuckerspiegel beeinflusst. Hier ist eine detaillierte Analyse:

1. Zuckerhaltige Hustenbonbons

Herkömmliche Hustenbonbons bestehen meist fast vollständig aus Zucker und Glukosesirup.

  • Kohlenhydratgehalt: Ein einzelnes Bonbon wiegt etwa 3 bis 5 Gramm. Wenn es aus Zucker besteht, entspricht das fast 1:1 dem Kohlenhydratgehalt.
  • Auswirkung: 4 bis 5 normale Hustenbonbons können bereits eine halbe bis eine ganze Broteinheit (BE/KE) ausmachen. Werden diese über den Tag verteilt gelutscht, kann das den Blutzuckerspiegel messbar ansteigen lassen.
  • Zusatzfaktor Krankheit: Da man Hustenbonbons meist nimmt, wenn man einen Infekt hat, ist der Blutzucker ohnehin oft schon erhöht. Stresshormone, die bei Krankheiten ausgeschüttet werden, mindern die Insulinwirkung. Zuckerhaltige Bonbons verschärfen dieses Problem zusätzlich.

2. Zuckerfreie Hustenbonbons

Die meisten modernen Hustenbonbons (z. B. von Marken wie Ricola, Em-eukal etc.) gibt es in zuckerfreien Varianten. Diese verwenden Zuckeraustauschstoffe wie Isomalt, Maltit, Xylit oder Sorbit.

  • Auswirkung auf den Blutzucker: Diese Stoffe werden insulinunabhängig oder nur teilweise verstoffwechselt. Sie lassen den Blutzuckerspiegel deutlich langsamer und geringer ansteigen als herkömmlicher Zucker.
  • Kalorien: Sie sind nicht kalorienfrei, haben aber etwa 40 % weniger Kalorien als Zucker.
  • Nebenwirkung: Ein übermäßiger Verzehr kann abführend wirken.

3. Achtung bei "Füllungen"

Manche Bonbons werben zwar mit "zuckerfrei", enthalten aber im Kern Honig oder flüssige Fruchtfüllungen. Honig besteht zu einem großen Teil aus Zucker (Fruktose und Glukose) und muss von Diabetikern voll angerechnet werden.

Worauf sollten Diabetiker achten?

  1. Zuckerfrei wählen: Greifen Sie konsequent zu den Varianten, auf denen "zuckerfrei" steht.
  2. Zutatenliste lesen: Achten Sie auf versteckte Zucker wie Gerstenmalzextrakt oder Honig.
  3. Häufiger messen: Während eines Infekts spielt der Stoffwechsel oft verrückt. Messen Sie Ihren Blutzucker häufiger als sonst, um zu sehen, wie Sie auf die Bonbons und die Krankheit reagieren.
  4. Broteinheiten (BE) im Blick behalten: Auch zuckerfreie Bonbons enthalten Kohlenhydrate (in Form von mehrwertigen Alkoholen). Diese müssen meist nicht voll angerechnet werden, bei sehr großen Mengen (ganze Packung pro Tag) können sie jedoch ins Gewicht fallen.
  5. Alternativen nutzen: Salbeitee (ungesüßt) oder das Gurgeln mit Salzwasser lindern den Hustenreiz komplett ohne Kohlenhydrate.

Fazit: Ein einzelnes zuckerhaltiges Bonbon wird selten eine Entgleisung verursachen. Wenn Sie jedoch über den Tag verteilt viele Bonbons lutschen, sollten Sie unbedingt auf zuckerfreie Varianten umsteigen, um unnötige Blutzuckerspitzen zu vermeiden.

0