Geben Mikrofasertücher beim Waschen in der Maschine Mikroplastik ab?

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Ja, leider geben Mikrofasertücher beim Waschen in der Maschine Mikroplastik ab.

Hier sind die wichtigsten Fakten und Hintergründe dazu sowie Tipps, wie du die Belastung reduzieren kannst:

1. Warum passiert das?

Mikrofasertücher bestehen fast immer aus synthetischen Materialien wie Polyester und Polyamid (Nylon). Während des Waschvorgangs wirken mechanische Kräfte (Reibung in der Trommel), Wasser und Waschmittel auf die Fasern ein. Dabei brechen winzige Faserstücke ab. Diese sind oft so klein, dass sie mit bloßem Auge kaum sichtbar sind.

2. Der Weg in die Umwelt

  • Abwasser: Die abgebrochenen Fasern werden mit dem Waschwasser aus der Maschine gespült.
  • Kläranlagen: Moderne Kläranlagen können zwar einen großen Teil (ca. 90–95 %) dieser Mikrofasern zurückhalten, aber aufgrund der schieren Menge an Wäsche gelangen dennoch Milliarden von Fasern ungefiltert in Flüsse und Meere.
  • Klärschlamm: Die Fasern, die herausgefiltert werden, landen im Klärschlamm. Wenn dieser als Dünger auf Felder ausgebracht wird, gelangt das Mikroplastik in den Boden und ins Grundwasser.

3. Wie viel wird freigesetzt?

Studien zeigen, dass pro Waschgang eines einzigen Kleidungsstücks aus Synthetik oder eines Mikrofasertuchs viele tausend bis Millionen Fasern freigesetzt werden können. Besonders bei neuen Tüchern ist die Abgabe anfangs oft höher.

4. Was kannst du dagegen tun?

Wenn du nicht auf Mikrofasertücher verzichten möchtest, gibt es Möglichkeiten, die Umweltbelastung zu senken:

  • Waschbeutel nutzen: Es gibt spezielle Waschbeutel (z. B. den Guppyfriend), die die abgebrochenen Fasern im Beutel zurückhalten, sodass du sie im Restmüll entsorgen kannst.
  • Niedrige Temperaturen: Wasche die Tücher bei möglichst niedrigen Temperaturen (30–40 °C), da Hitze die Fasern schwächt.
  • Flüssigwaschmittel statt Pulver: Waschpulver wirkt durch die enthaltenen Partikel wie ein leichtes Schmirgelmittel und löst mehr Fasern ab als Flüssigwaschmittel.
  • Maschine voll beladen: In einer vollen Trommel gibt es weniger Bewegung und Reibung zwischen den einzelnen Stücken.
  • Schonwaschgang vermeiden: Überraschenderweise setzen Schonwaschgänge oft mehr Mikroplastik frei, da mit deutlich mehr Wasser gewaschen wird, was die Fasern stärker ausspült.
  • Filter nachrüsten: Es gibt mittlerweile externe Filter für Waschmaschinen, die speziell darauf ausgelegt sind, Mikroplastik abzufangen.

5. Alternativen

Um das Problem an der Wurzel zu packen, kannst du auf natürliche Materialien umsteigen:

  • Baumwolltücher: Für viele Reinigungszwecke sind klassische Baumwolltücher (z. B. aus alten T-Shirts oder Bettlaken) ebenso gut geeignet.
  • Zellulose-Schwammtücher: Diese sind oft biologisch abbaubar (achte beim Kauf auf "plastikfrei").
  • Kupferlappen: Für hartnäckigen Schmutz in der Küche sind Kupferlappen eine plastikfreie Alternative, die zudem antibakteriell wirkt.

Fazit: Mikrofasertücher sind zwar sehr effizient beim Putzen, aber sie sind eine bedeutende Quelle für Primär-Mikroplastik in unseren Gewässern. Ein bewusster Umgang mit der Wäsche oder der Wechsel zu Naturmaterialien hilft der Umwelt.

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