Darf man einen Epilierer bei Krampfadern oder Besenreisern verwenden?

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Die kurze Antwort lautet: Ja, man darf es meistens, aber es ist Vorsicht geboten. Es hängt stark von der Ausprägung der Venenleiden ab.

Hier ist eine detaillierte Einschätzung, worauf du achten solltest:

1. Bei Besenreisern (kleine, rötlich-blaue Äderchen)

Besenreiser liegen meist direkt unter der Hautoberfläche.

  • Gefahr: Ein Epilierer zieht die Haare mit Wurzel heraus. Die mechanische Belastung (das Zupfen und Ziehen an der Haut) kann die feinen Kapillaren theoretisch strapazieren.
  • Empfehlung: In der Regel ist Epilieren bei Besenreisern unbedenklich, da die Venenklappen der tieferen Venen meist noch intakt sind. Es kann jedoch sein, dass durch den Reiz neue Besenreiser begünstigt werden, wenn man eine entsprechende Veranlagung hat.

2. Bei Krampfadern (Varizen - verdickte, hervorstehende Venen)

Hier ist deutlich mehr Vorsicht geboten.

  • Gefahr: Krampfadern deuten auf eine Venenschwäche hin. Die Haut über den Krampfadern ist oft dünner und schlechter durchblutet.
  • Risiken beim Epilieren:
    • Verletzungsgefahr: Durch das Ziehen des Epilierers kann es zu Mikroverletzungen der dünnen Haut kommen.
    • Venenentzündungen: Der mechanische Reiz und der Druck des Geräts können Reizungen oder im schlimmsten Fall oberflächliche Venenentzündungen (Thrombophlebitis) begünstigen.
    • Einblutungen: Wenn die Venenwand sehr instabil ist, könnten theoretisch kleine Einblutungen entstehen.
  • Empfehlung: Spare die Bereiche, an denen die Krampfadern deutlich hervortreten, lieber aus oder verzichte ganz auf mechanische Epilation an diesen Stellen.

3. Was ist mit Heißwachs oder Sugaring?

  • Heißwachs: Davon wird bei Krampfadern dringend abgeraten. Die Hitze weitet die Gefäße zusätzlich aus, was den Blutrückfluss verschlechtert und Schmerzen verursachen kann.
  • Kaltwachs/Sugaring: Ähnlich wie beim Epilierer ist hier der mechanische Zug das Problem. Sugaring gilt als etwas sanfter, sollte aber bei starken Krampfadern ebenfalls mit Vorsicht genossen werden.

4. Tipps für die Haarentfernung bei Venenproblemen:

  1. Haut straff ziehen: Wenn du epilierst, halte die Haut besonders straff, um den Zug auf die Gefäße zu minimieren.
  2. Kühlen: Kühle die Beine nach dem Epilieren. Das beruhigt die Haut und führt dazu, dass sich die Gefäße wieder zusammenziehen.
  3. Sanft vorgehen: Drücke den Epilierer nicht fest auf die Haut.
  4. Rasieren als Alternative: Nassrasieren ist bei ausgeprägten Krampfadern oft die sicherere Wahl, da kein Zug auf das Gewebe ausgeübt wird. Aber Vorsicht: Schnittverletzungen heilen bei Venenschwäche oft schlechter.
  5. IPL/Laser: Langfristige Haarentfernung mit Licht ist oft schonender für das Gewebe, sollte aber bei sehr dunklen oder dicken Krampfadern vorher mit einem Hautarzt besprochen werden.

Wann solltest du zum Arzt?

Wenn du unter starken Schmerzen, Schwellungen in den Beinen oder sehr stark hervortretenden, harten oder schmerzhaften Krampfadern leidest, solltest du vor der Verwendung eines Epilierers einen Phlebologen (Venenspezialisten) oder Dermatologen fragen.

Fazit: Bei leichten Besenreisern ist Epilieren meist okay. Bei ausgeprägten Krampfadern solltest du die betroffenen Stellen meiden oder auf eine sanftere Methode ohne Zugwirkung umsteigen.

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