Bis zu welcher maximalen Betriebsspannung darf ein NYM-Kabel verwendet werden?
Ein NYM-Kabel (Mantelleitung nach DIN VDE 0250-204) ist für folgende Spannungen zugelassen:
1. Nennspannung ($U_0/U$)
Die offizielle Nennspannung beträgt 300/500 V.
Das bedeutet:
- 300 V ($U_0$): Zulässige Spannung zwischen Außenleiter (Phase) und dem Erdpotential (PE/Neutralleiter).
- 500 V ($U$): Zulässige Spannung zwischen zwei Außenleitern (Phase gegen Phase).
2. Maximale Betriebsspannung
In Wechselstromnetzen darf die dauerhafte Betriebsspannung die Nennspannung um 10 % überschreiten. Damit ergibt sich:
- Maximal 550 V (Phase gegen Phase).
Damit ist das NYM-Kabel perfekt geeignet für das Standard-Niederspannungsnetz in Deutschland (230 V Einphasen-Wechselstrom und 400 V Dreiphasen-Drehstrom).
3. Verwendung in Gleichstromnetzen (DC)
Wird das Kabel in Gleichspannungssystemen verwendet, gelten höhere Grenzwerte:
- Die maximale Betriebsspannung gegen Erde darf 412 V DC betragen.
- Die maximale Betriebsspannung zwischen den Leitern darf 750 V DC betragen.
Zusammenfassung für die Praxis:
Im normalen Hausgebrauch oder in der Industrie wird NYM für 230 V oder 400 V eingesetzt. Für höhere Spannungen (z. B. 600/1000 V) muss auf andere Kabeltypen wie NYY (Erdkabel) ausgewichen werden, da diese eine stärkere Isolierung besitzen.
Wichtiger Hinweis: NYM-Leitungen dürfen nicht direkt im Erdboden, im freien Wasser oder in rüttelndem/vibriertem Beton verlegt werden. Für die Verlegung im Freien müssen sie vor direkter Sonneneinstrahlung (UV-Schutz) geschützt werden (z. B. im Rohr).