Besteht die Gefahr, durch eine Nasenspülung Krankheitserreger tiefer in die Nebenhöhlen zu verschleppen?

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Die kurze Antwort lautet: Ja, theoretisch besteht diese Gefahr, aber sie ist bei korrekter Anwendung gering.

Tatsächlich ist die Nasenspülung ein bewährtes Mittel, um Schleim, Allergene und Krankheitserreger aus der Nase zu schwemmen. Wenn man jedoch Fehler macht, kann der Schuss nach hinten losgehen.

Hier sind die wichtigsten Punkte, wie es zu einer Verschleppung kommen kann und wie man das verhindert:

1. Zu hoher Druck

Das ist der häufigste Fehler. Wenn man die Spülflasche zu fest zusammendrückt, entsteht ein hoher Druck. Dieser kann die mit Erregern belastete Flüssigkeit in die Nebenhöhlen oder – noch häufiger – über die Eustachische Röhre ins Mittelohr drücken.

  • Risiko: Mittelohrentzündung oder eine Verschlimmerung der Nebenhöhlenentzündung.
  • Lösung: Die Flüssigkeit sollte sanft und ohne großen Druck durch die Nase fließen (Schwerkraft nutzen, Kopf leicht schräg halten).

2. Verunreinigtes Wasser

Die Gefahr geht oft nicht von den Erregern aus, die man bereits in der Nase hat, sondern von denen, die man durch die Spülung erst hineinführt. Leitungswasser ist nicht steril. In seltenen Fällen können Amöben oder Bakterien (z. B. Pseudomonaden) enthalten sein.

  • Risiko: Schwere Infektionen der Schleimhäute.
  • Lösung: Verwenden Sie immer abgekochtes Wasser (und lassen Sie es abkühlen!) oder steriles Wasser aus der Apotheke.

3. Falsche Salzkonzentration

Wird zu wenig oder zu viel Salz verwendet (nicht-isotonische Lösung), wird die Schleimhaut gereizt oder schwillt an. Eine geschwollene Schleimhaut behindert den natürlichen Abfluss des Schleims, was die Vermehrung von Bakterien in den Nebenhöhlen begünstigen kann.

  • Lösung: Nutzen Sie vorportionierte Beutel mit Nasenspülsalz, um die richtige Konzentration (isotonisch) zu garantieren.

4. Heftiges Schnäuzen nach der Spülung

Nach der Spülung neigen viele dazu, die restliche Flüssigkeit mit Druck aus der Nase zu schnäuzen. Dabei kann Flüssigkeit samt restlicher Keime in die Nebenhöhlen gepresst werden.

  • Lösung: Die Nase nur sanft abtupfen oder das Wasser locker "herausschnauben", ohne dabei ein Nasenloch zuzuhalten.

5. Anwendung bei akuter, völlig verstopfter Nase

Wenn die Nase komplett "dicht" ist, kann das Wasser nicht zirkulieren. Der Druck staut sich auf und die Flüssigkeit sucht sich Wege in die Nebenhöhlen oder Ohren, die sie normalerweise nicht nehmen würde.

  • Lösung: Bei einer komplett verstopften Nase vorher ein abschwellendes Nasenspray benutzen und erst spülen, wenn die Nase zumindest teilweise durchgängig ist.

Wann Sie vorsichtig sein sollten:

  • Bei einer akuten eitrigen Nasennebenhöhlenentzündung (starke Schmerzen, gelb-grünes Sekret) sollten Sie Rücksprache mit einem Arzt halten, da die Spülung hier manchmal den Druckschmerz erhöhen kann.
  • Nach Operationen an den Nebenhöhlen sollte die Spülung nur nach genauer Anweisung des Chirurgen erfolgen.

Fazit: Wenn Sie isotonisches, abgekochtes Wasser verwenden, die Spülung mit wenig Druck durchführen und danach nicht heftig schnäuzen, überwiegt der Nutzen (Reinigung und Befeuchtung) das Risiko einer Keimverschleppung bei weitem.