Besteht bei feuchter Witterung die Gefahr von Schimmelbildung unter der Mulchschicht?

Melden

Ja, bei feuchter Witterung besteht grundsätzlich die Gefahr von Schimmelbildung unter oder innerhalb der Mulchschicht. Das ist jedoch nicht immer ein Grund zur Sorge, da man zwischen nützlichen Zersetzungsprozessen und schädlichem Schimmel unterscheiden muss.

Hier ist eine detaillierte Analyse der Situation:

1. Warum entsteht Schimmel?

Mulch ist organisches Material (Rinde, Holzchips, Grasschnitt, Stroh). Wenn dieses Material dauerhaft feucht ist und keine Luft zirkulieren kann, beginnen Mikroorganismen mit der Zersetzung.

  • Feuchtigkeit: Regen oder hohe Luftfeuchtigkeit sättigen das Material.
  • Mangelnde Belüftung: Wenn die Mulchschicht zu dick oder zu stark verdichtet ist, findet kein Gasaustausch statt.
  • Temperatur: Mild-feuchtes Wetter (typisch für Frühjahr und Herbst) ist ideal für Pilzwachstum.

2. "Guter" vs. "Schlechter" Schimmel

  • Der nützliche Prozess (Myzel): Oft sieht man weiße, fadenförmige Geflechte unter dem Mulch. Das sind meistens Schlauchpilze oder andere nützliche Bodenpilze, die das Holz zersetzen und in wertvollen Humus verwandeln. Das ist ein Zeichen für ein lebendiges Bodenleben und schadet den Pflanzen nicht.
  • Der schädliche Schimmel: Grauer, pelziger Schimmel oder schleimige Schichten, die einen fauligen Geruch verströmen, deuten auf Fäulnis hin. Dies passiert oft bei frischem Grasschnitt, der zu dick aufgetragen wurde. Dieser "echte" Schimmel kann auf die Pflanzenstängel übergreifen und Krankheiten wie Grauschimmel (Botrytis) oder Stängelfäule fördern.

3. Welche Mulcharten sind besonders anfällig?

  • Frischer Grasschnitt: Er pappt bei Nässe zusammen, lässt keine Luft durch und beginnt extrem schnell zu gären und zu schimmeln.
  • Feiner Rindenmulch: Verdichtet sich stärker als grobes Material.
  • Stroh: Kann bei Dauerregen grau-schwarz werden und schimmeln, wenn es zu dicht liegt.

4. So verhindern Sie Schimmelprobleme:

  1. Schichtdicke beachten: Die Mulchschicht sollte idealerweise 5 bis 7 Zentimeter dick sein. Ist sie dünner, unterdrückt sie kein Unkraut; ist sie dicker als 10 cm, ist die Schimmelgefahr hoch.
  2. Abstand halten: Mulchen Sie niemals direkt bis an den Stamm oder den Stängel der Pflanzen. Lassen Sie ein paar Zentimeter Platz, damit die Basis der Pflanze gut abtrocknen kann.
  3. Material mischen: Mischen Sie feines Material (wie Grasschnitt) mit grobem Material (wie Häkselgut oder kleinen Zweigen), um die Belüftung zu verbessern.
  4. Grasschnitt antrocknen lassen: Verteilen Sie Grasschnitt nur in dünnen Schichten (max. 2–3 cm) und lassen Sie ihn idealerweise vorher einen Tag lang an der Sonne anwelken.
  5. Auflockern: Wenn Sie bemerken, dass der Mulch verkrustet oder sich eine Schimmelschicht bildet, gehen Sie kurz mit einer Gartenkralle oder Harke durch und lockern die Schicht auf. Das bringt Sauerstoff hinein und stoppt die Fäulnis.

5. Wann müssen Sie handeln?

Wenn der Mulch unangenehm riecht (faulig/muffig) oder wenn Sie sehen, dass Pflanzenteile gelb oder matschig werden, die mit dem Mulch in Berührung kommen, sollten Sie die Schicht sofort lockern oder teilweise entfernen und gegen frisches, trockenes Material austauschen.

Fazit: Ein wenig weißer Belag unter dem Mulch ist meistens ein Zeichen für gesunde Zersetzung. Nur wenn es fault, stinkt oder die Pflanzen direkt angreift, besteht eine echte Gefahr.