Besteht bei der Nutzung von herkömmlicher Hafermilch ein gesundheitliches Risiko für Personen mit einer Glutenunverträglichkeit?

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Ja, bei der Nutzung von herkömmlicher Hafermilch besteht für Personen mit einer Glutenunverträglichkeit (insbesondere bei Zöliakie) ein erhebliches gesundheitliches Risiko.

Hier ist die detaillierte Erklärung, warum das so ist:

1. Das Problem der Kontamination

Hafer an sich ist von Natur aus eigentlich glutenfrei. Das Problem liegt jedoch in der gesamten Lieferkette:

  • Anbau: Hafer wird oft auf Feldern angebaut, auf denen zuvor Weizen, Roggen oder Gerste wuchsen.
  • Ernte und Transport: Es werden oft dieselben Mähdrescher und Lastwagen für verschiedene Getreidesorten verwendet.
  • Verarbeitung: In den Mühlen wird der Hafer meist auf denselben Anlagen verarbeitet wie glutenhaltiges Getreide.

Dadurch kommt es zu einer sogenannten Kreuzkontamination. Herkömmlicher Hafer (und damit auch herkömmliche Hafermilch) enthält fast immer Rückstände von Weizen, Gerste oder Roggen, die weit über dem Grenzwert für glutenfreie Lebensmittel liegen.

2. Grenzwerte und Kennzeichnung

Damit ein Produkt als „glutenfrei“ verkauft werden darf, muss es einen Grenzwert von weniger als 20 ppm (20 Milligramm Gluten pro Kilogramm) einhalten.

  • Herkömmliche Hafermilch: Liegt oft deutlich über diesem Wert. Für Menschen mit Zöliakie kann schon diese geringe Menge die Darmschleimhaut schädigen, auch wenn keine sofortigen Symptome auftreten.
  • Glutenfreie Hafermilch: Diese wird aus Hafer hergestellt, der streng getrennt von anderem Getreide angebaut, geerntet und verarbeitet wurde. Nur diese Produkte tragen das Siegel (die durchgestrichene Ähre) oder die Aufschrift „glutenfrei“.

3. Das Protein „Avenin“

Ein kleiner Teil der Menschen mit Zöliakie (geschätzt ca. 1–5 %) reagiert zusätzlich auf das haferinterne Protein Avenin, das dem Gluten strukturell ähnlich ist. In diesem Fall vertragen die Betroffenen selbst zertifiziert glutenfreien Hafer nicht.

Fazit und Empfehlung

  • Bei Zöliakie: Trinken Sie keine herkömmliche Hafermilch. Greifen Sie ausschließlich zu Produkten, die explizit als „glutenfrei“ gekennzeichnet sind.
  • Bei einer leichten Glutensensitivität: Manche Menschen vertragen herkömmliche Hafermilch in kleinen Mengen, aber auch hier ist Vorsicht geboten, da die Entzündungsreaktionen im Körper oft unbemerkt ablaufen.
  • Sichere Alternativen: Wenn Sie unsicher sind oder keinen glutenfreien Hafer finden, sind Milchalternativen aus Mandel, Soja, Reis, Cashew oder Kokos von Natur aus sicher (sofern keine glutenhaltigen Zusätze wie Gerstenmalzextrakt enthalten sind – ein Blick auf die Zutatenliste ist immer ratsam).

Zusammenfassend: Herkömmliche Hafermilch ist für Menschen, die strikt auf Gluten verzichten müssen, nicht sicher.

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